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EU & Schwellenländer: Ein neues System weltweiter Zusammenarbeit

Außenbeziehungen 10-02-2012 - 16:27
 
 
Die Staatschefs der BRIC-Länder Indien, Russland, China, Brasilien und Südafrika  ©BELGA/ITAR-TASS/D.Astakhov   Die Staats- und Regierungschefs der BRICS-Länder Indien, Russland, China, Brasilien und Südafrika ©BELGA/ITAR-TASS/D.Astakhov

Das rasante Wirtschaftswachstum vieler Schwellenländer verändert die weltweiten Machtverhältnisse. China wird voraussichtlich ab 2020 die USA als größte Wirtschaftsmacht ablösen. Indien könnte dann den Titel der am schnellsten wachsenden Wirtschaftsmacht erhalten. Die EU-Abgeordneten fordern daher engere Beziehungen zu den Schwellenländern, um gemeinsam ein faires System der weltweiten Zusammenarbeit zu schaffen.


Wenn europäische Staatschefs heute nach China reisen und um Investitionen in die Eurozone bitten, dann zeigt sich wie sehr sich die Rolle von Schwellenländern wie China, Brasilien, Indien oder Südafrika – den sogenannten BRICs – geändert hat.


Mit wirtschaftlichem Einfluss, so das Argument, steigt auch die Verantwortung der aufstrebenden Schwellenländer für Frieden, die Stabilität der internationalen Finanzmärkte und Risikofaktoren.


Kein Nullsummenspiel


Das EU-Parlament, erklärte der polnische Christdemokrat Jacek Saryusz-Wolski, der das Thema als Berichterstatter betreut, sieht die internationale Zusammenarbeit nicht als Nullsummenspiel. Der Aufstieg der Schwellenländer werde den internationalen Einfluss der EU nicht beschneiden. Vielmehr biete sich jetzt die Möglichkeit ein integratives System der weltweiten Zusammenarbeit zu erbauen, das auf mehreren Polen ruht und daher effektiver auf globale Herausforderungen reagieren kann.  


Zwar koordinieren die sogenannten BRIC-Staaten ihre Außenpolitik bei bestimmten Themen, sie unterscheiden sich aber bei vielen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Fragen. Die EU sollte sich daher mit jedem Land einzeln befassen und nicht eine neue Blockbildung zulassen. Koalitionen müssten themenspezifisch gebildet werden und dürften nicht in Industriestaaten, Schwellen- und Entwicklungsländer zerfallen.


Wertegemeinschaft


Die Parlamentarier schlagen dafür eine Mischung aus bilateralen und multilateralen Kontakten vor und setzen auf die Einbindung der Zivilgesellschaft. Auch sollte die EU Staaten bevorzugen, die demokratische Werte und soziale Marktwirtschaft fördern.


Multilaterale Zusammenarbeit wie in der UN oder den G-20 seien auch in Zukunft wichtig, ebenso regionale Organisationen wie der Staatenbund ASEAN oder der südamerikanische Mercosur. Die geänderten Machtverhältnisse müssten sich auch im Internationalen Währungsfond und der Weltbank widerspiegeln. Staaten sollten hier entsprechend ihres wirtschaftlichen Gewichts vertreten seien.

REF : 20120203STO37171