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Nur mit umfangreichen Investitionen in Europas Stromnetze lassen sich die ehrgeizigen EU-Ziele für die Nutzung erneuerbarer Energie erreichen ©BELGA/DPA/A.Weigel Bis 2020 soll Europas Energieverbrauch zu 20 Prozent aus erneuerbaren Quellen gespeist werden. Doch erneuerbare Energiequellen sind schwerer kalkulierbar als fossile Brennstoffe. Europas Stromnetze müssen daher in den kommenden Jahren um- und aufgerüstet werden, so das Fazit einer Studie, die im Wissenschaftsausschuss des EU-Parlaments vorgestellt wurde.
Schon heute fließt ein Großteil der Investitionen zur Stromerzeugung in Deutschland in erneuerbare Energien. Doch um diese schwankenden Energiequellen im großen Stil nutzen zu können, müssen Europas Stromnetze modernisiert und erweitert werden.
Der Wissenschaftsausschuss des EU-Parlaments hat daher eine Studie in Auftrag gegeben, die darstellen soll, wo und wie bis 2050 die Netzinfrastruktur in Europa angepasst werden muss, um einen höheren Anteil erneuerbarer Energien transportieren zu können.
Distanz zwischen Stromquellen und Verbrauchern
Ein Grundproblem sind die hohen Distanzen zwischen den Gebieten, in denen ausreichend Wind, Wasser und Sonneneinstrahlung zur Stromproduktion vorhanden ist und den Ballungszentren, in denen ein Großteil des Stroms verbraucht wird. Viele Offshore-Windparks beispielsweise stehen weit vor der Küste in den Schelfmeeren Nordeuropas, doch auch an Land finden sich die besten Windressourcen oft nahe der Küste. Für Solarenergie wiederum herrschen vor allem in Südeuropa gute Bedingungen.
Mit der entsprechenden politischen Unterstützung und Investitionen in ein intelligenteres Stromnetz könnte Windkraft Ende dieses Jahrzehnts ohne Subventionen konkurrenzfähig sein, schätzen die Autoren der Studie. Für Solarenergie sei dies in Süd- und Zentraleuropa bereits 2015 zu erreichen.
Wettbewerb fördern
Möglich werde dies vor allem durch den verstärkten Wettbewerb zwischen Produzenten erneuerbarer Energie. Dafür bedarf es aber einer guten Einbindung erneuerbarer Energien in ein gesamteuropäisches Netz. Nur mit langfristiger Planung und entsprechenden Investitionen sei das zu erreichen, heißt es in der Studie.
Die EU-Institutionen können hier auf vielfältige Weise helfen: durch klare und langfristige Ziele, funktionierende Kriterien für die Auswahl förderungswürdiger Projekte und die europaweite Koordinierung staatlicher Initiativen. Investitionen, so das Ergebnis der Studie, sollten vor allem in die bessere Verbindung erneuerbarer Energieressourcen in Skandinavien mit den Verbrauchern in Zentraleuropa fließen, ebenfalls wichtig sei die bessere Vernetzung der iberischen Halbinsel und Frankreichs.