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James Moran: "Eines der Probleme ist, dass wir derzeit nicht wissen, mit wem wir langfristig zusammenarbeiten werden und das wird noch eine ganze Weile so sein." Mit den alten Vorurteilen brechen und eine echte Partnerschaft begründen, so lautet die Kurzfassung des Programms James Morans, dem neuen Leiter der EU-Delegation in Ägypten. "Dass wir sie als Hilfsempfänger sehen ... oder sie uns vorwerfen, dass wir uns in ihre inneren Angelegenheiten einmischen - von diesen Vorurteilen müssen wir wegkommen", sagte er nach einer Anhörung im EU-Parlament.
Bereits im Dezember vergangenen Jahres wurde Moran, der zuvor die EU in Libyen vertrat, zum Delegationsleiter für Ägypten ernannt. Am Montag kam er für einen Meinungsaustausch mit EU-Abgeordneten in den Auswärtigen Ausschuss des EU-Parlaments und sprach über die Herausforderungen für Ägypten und die Rolle der EU.
Erfolgreiche Wahlen
Die Situation in Ägypten sei derzeit komplex und dynamisch, aber noch sei vieles möglich. "Es gab Wahlen, die besten im modernen Ägypten. Ich weiß, wir waren nicht als Wahlbeobachter vor Ort, weder die EU noch die internationale Gemeinschaft. Aber nach allem was man hört, war es zwar nicht perfekt, lief aber sehr gut und die Ergebnisse erscheinen glaubwürdig", erklärte Moran.
Das Ergebnis der Wahlen gefalle nicht jedem, aber das sei nun mal ein Markenzeichen der Demokratie. Die Aufgabe sei es jetzt, alle Beteiligten der neuen politischen Klasse einzubinden. Allerdings müsse man sich auch Bedenken widmen, etwa bezüglich der Menschenrechtslage, der Rolle des Militärs und der wirtschaftlichen und sozialen Lage im Lande.
Geduld ist entscheidend
Die Veränderungen nach den Demonstrationen des vergangenen Jahres auf dem Tahrir-Platz hätten sowohl in Ägypten als auch in der internationalen Gemeinschaft Hoffnungen geweckt, aber auch viel Frustration ausgelöst.
"Es dauert einfach recht lange, um einen solchen Übergang abzuschließen. Vor allem wenn man bedenkt, dass Ägypten 60 Jahre lang auf ganz andere Art regiert wurde als das heute gefordert wird. Ich denke man muss einfach etwas Geduld haben", erklärte Moran.
Auch die EU müsse im Umgang mit Ägypten geduldig sein, forderte. Moran. "Eines der Probleme ist, dass wir derzeit nicht wissen, mit wem wir langfristig zusammenarbeiten werden und das wird noch eine ganze Weile so sein."
Die Strategie der EU
Einige Elemente der zukünftigen EU-Strategie für Ägypten stünden aber bereits fest. "Die EU ist der wichtigste Handelspartner Ägyptens und leistet auch den größten Beitrag zur Entwicklungshilfe. Wir haben größtes Interesse, mit Ihnen zusammen zu arbeiten und Stabilität und Demokratie zu unterstützen", erklärte Moran.
Drei Punkten bilden den Kern der EU-Strategie für die Arabische Welt: finanzielle Unterstützung, Verkehr und verbesserter Marktzugang. Diese drei Säulen des EU-Engagements in der Region sind auch für Ägypten wichtig, sagte Moran. "Diese Elemente müssen wir nun so gut wie möglich an die Situation in Ägypten anpassen. Ich muss vor Ort sein und mir die Details anschauen", erklärte Moran.