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EU-Überweisungen einfacher und günstiger ab Februar 2014

Wirtschaft und Währung 14-02-2012 - 15:47
 
 
Sari Essayah: "Ich bin mir sicher, dass wir in Zukunft in Echtzeit überweisen werden." (Foto: Essayah)   Sari Essayah: "Ich bin mir sicher, dass wir in Zukunft in Echtzeit überweisen werden." (Foto: Essayah)

Noch sind EU-Überweisungen komplizierter und teurer als nationale Zahlungen. Am Dienstag verabschiedeten die Abgeordneten neue Regeln, die das ab Februar 2014 ändern sollen. Der Vorschlag der finnischen Berichterstatterin Sari Essayah von der EVP sieht eine Aufwertung des Einheitlichen Euro-Zahlungsraums vor.


Statt der gewohnten, meist 10-stelligen Kontonummer müssen sich Kontoinhaber ab 2013 an die 22-stelligen IBAN-Nummern gewöhnen. Die Bankleitzahlen werden dann durch den BIC-Code ersetzt.


Dank der am Dienstagnachmittag vom Parlament beschlossenen Neufassung der Regeln des Einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum SEPA wird dies ab Februar 2014 deutlich einfacher. Für Überweisungen ist dann nur noch die IBAN-Nummer erforderlich.


Eine weitere Neuerung betrifft Lastschriften. Statt anderen Menschen oder Firmen unbegrenzten Zugriff auf das eigene Konto zu gewähren, lassen sich Lastschriften in Zukunft so einstellen, dass nur zu bestimmten Zeitpunkten Abbuchungen möglich sind - etwa für die Mietzahlung am Ende eines Monats.


Ein Konto für alle EU-Staaten


Die Änderung beruht auf einem Kompromiss zwischen dem EU-Parlament und den EU-Staaten aus dem vergangenen Dezember. Finanzgeschäfte werden damit für Menschen, die im europäischen Ausland leben, deutlich einfacher.


„Wenn jemand im Ausland lebt, braucht er oder sie kein neues Bankkonto, sondern erhält Gehaltszahlungen einfach auf das alte Konto zu Hause. Rechnungen für ein Ferienhaus können dann einfach aus dem Ausland beglichen werden. Unternehmen profitieren, da sie nur noch ein Konto für ganz Europa benötigen.“


Die Änderungen erstrecken sich weit über die Eurozone hinaus. Der Einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum SEPA umfasst derzeit 32 europäische Staaten. Die Banken der SEPA-Staaten, die nicht Mitglied der EU sind (Schweiz, Norwegen, Monaco, Island und Liechtenstein), müssen die neuen Regeln erst ab November 2016 umsetzen.


Für die Verbraucher wird die Änderung viele Vorteile bringen, ist sich Essayah sicher. „Einfache Zahlungsmöglichkeiten machen es einfacher, Waren und Dienstleistungen europaweit im Internet zu kaufen. Verbraucher können dann einfacher Preise vergleichen. Kauft man seinen Rechner vom günstigsten Anbieter, kann man hunderte Euros sparen." Diese Konkurrenz könnte zu sinkenden Preisen führen, hofft Essayah. SEPA sei daher eine Voraussetzung für einen gut funktionierenden Binnenmarkt. 


Einsparungen in Milliardenhöhe


Die EU-Kommission schätzt, dass mehr Wettbewerb bei Überweisungen und anderen Zahlungen der europäischen Wirtschaft in den nächsten sechs Jahren bis zu 300 Milliarden Euro sparen könnten.


Da die Kosten für Überweisungen und Lastschriften oft durch die Kontogebühren gedeckt werden, erhofft sich Essayah langfristig auch Einsparungen bei Bankgebühren. "Da diese Kosten aber für die Verbrauchern nicht klar erkennbar sind, werden auch die Einsparungen nicht direkt ersichtlich sein", befürchtet Essayah.  


Bereits seit Anfang dieses Jahres müssen Banken Zahlungen innerhalb von 24 Stunden ausgeführt werden. In Zukunft soll das noch schneller funktionieren. "Ich bin mir sicher, dass wir in Zukunft in Echtzeit überweisen werden", erklärt Essayah ihre Zukunftsvision.

REF : 20120210STO37767