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Photo of the day: flags in front of the Parliament building in Strasbourg. Facebook Für viele Europäer ist Kakao die wichtigste Zutat für die heißgeliebte Schokolade. Für Millionen von Menschen entlang des Äquators sind Kakaobohnen aber auch Einkommensgrundlage. Am Mittwoch stimmte das Europäische Parlament für das Internationale Kakaoabkommen, das die Kooperation zwischen Exporteuren und Importeuren verbessern und die Kakaomärkte transparenter machen soll. Eine weitere Resolution beschäftigt sich mit dem Kampf gegen Kinderarbeit beim Kakaoanbau.
Die EU ist der größte Importeur von Kakaobohnen weltweit. Rund 40 % der Welternte werden in Europa verarbeitet und konsumiert, vier Fünftel davon stammt aus Westafrika. Die Internationale Kakao-Organisation ICCO schätzt, dass rund 90% des weltweit produzierten Kakaos von Kleinbetrieben mit rund 14 Millionen Landarbeitern angebaut werden.
Das Abkommen
Ziel des Übereinkommens ist es, den Kakaoanbau auch für diese Kleinbetriebe nachhaltiger zu gestalten. Für die Bauern bedeutet das faire Preise und einen gerechten Anteil an den Profiten. Verbraucher würden von höherwertigen Kakaobohnen und mehr Lebensmittelsicherheit profitieren.
Mit ihrer Zustimmung zum Kakao-Abkommen stärken die Abgeordneten auch die Rolle der Internationalen Kakao-Organisation (ICCO), deren Mitglieder 85 % der globalen Kakaoproduktion und mehr als 60 % der Verbraucher vertreten. Das Übereinkommen ersetzt nun das Abkommen aus dem Jahre 2001 und wird für 10 Jahre gültig sein.
Kinderarbeit
Als größter Konsument von Kakaoimporten hat die EU eine besondere Verantwortung für die Produktionsbedingungen in Westafrika und Südamerika. Doch viele Kakaobauern und Landarbeiter leiden unter Armut und überholten Anbau- und Erntetechniken.
Kinderarbeit ist ebenfalls weitverbreitet. Die Ernte der Bohnen ist sehr arbeitsintensiv. Viele Produzenten greifen daher auf billige Kinderarbeit zurück. Der sozialdemokratische Berichterstatter Vital Moreira aus Portugal führt dies auf eine Mischung aus Tradition, Armut, fehlenden Alternativen, unzulänglichem Rechtsschutz und mangelnder Bildung zurück. "Eine Richtlinie, die dem Problem der Kinderarbeit wirklich auf den Grund geht, muss sich all diesen Aspekten widmen", fordert er. Seit dem Vertrag von Lissabon muss das Europäische Parlament internationalen Abkommen zustimmen, bevor diese in Kraft treten können.