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Speicherung von Fingerabdrücken für einen biometrischen Reisepass. EU-Abgeordnete kritisieren die Qualität der Daten ©BELGA/KEYSTONE/A.Balzarini Anders als erhofft, konnten neue biometrische EU-Reisepässe Fälschungen bisher nicht verhindern. Am Donnerstagnachmittag diskutierten die EU-Abgeordneten mit Vertretern der EU-Kommission, wie biometrische Pässe sicherer gemacht werden können.
Auf Druck der USA führten viele Staaten nach den 9/11-Anschlägen biometrische Ausweise mit Daten zu Körpermerkmalen wie Fingerabdrücken ein. Doch Schätzungen eines Beraters des französischen Präsidenten zu Folge basieren allein in Frankreich eine halbe bis eine Million von rund sieben Millionen biometrischen Pässen auf gefälschten Geburtsurkunden. Die Pässe sind echt und doch gefälscht.
Am Donnerstagnachmittag stellen sich Vertreter der EU-Kommission den Fragen der Abgeordneten zu diesem heiklen Thema. Einige Abgeordnete fordern die Überarbeitung der Regeln für biometrische Pässe.
Biometrische Pässe wurden 2004 in der EU eingeführt, um Fälschungen zu unterbinden. Die Dokumente beinhalten biometrische Passbilder und die Fingerabdrücke des Inhabers.
Fingerabdrücke unlesbar
Neben der Existenz "echter gefälschter Pässe" wird auch die Qualität der biometrischen Daten kritisiert. So testeten Behörden im niederländischen Roermond 448 biometrische Pässe. Mehr als ein Fünftel der untersuchten Pässe enthielt unbrauchbare Fingerabdrücke.
Bereits 2008 überarbeitete das Europäische Parlament das Biometriesystem und fand folgende Schwachstellen:
geringe Verlässlichkeit der Fingerabdrücke von Kindern und älteren Menschen
wenig Vertrauen in die gesammelten biometrischen Daten
Mängel bei Identifikationssystemen in EU-Staaten
fehlende Erfahrung im Umgang mit den neuen Systemen
Fälschungen vor allem bei der Ausstellung der Dokumente möglich
Die Abgeordneten forderten damals eine 3-jährige Testphase. Die Ergebnisse dieser Studien sollen nun ebenfalls vorliegen.