EU-Abgeordnete für Verbot von Finning, dem Abschneiden der Rückenflossen lebender Haie 

 
 

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Ein Händler zeigt die abgeschnittene Rückenflosse eines Hais ©Belga/AFP/L.Fievet 

Etliche Hai-Arten stehen kurz vor der Ausrottung, weil sie auf besonders brutale Weise gejagt werden. Da Haifischflossen in einigen Ländern als Delikatesse gelten, wird den Tieren bei lebendigem Leibe die Rückenflosse abgeschnitten. Anschließend werden die Haie ins Meer geworfen, wo sie innerhalb kurzer Zeit sterben. Am Donnerstag (22.November) stimmten die Abgeordneten dafür, das sogenannte Finning in der EU zu verbieten und Fischer schärfer zu überwachen.

Mit der Abstimmung für verschärfte Richtlinien zum Haifang schlossen die EU-Abgeordneten ein rechtliches Schlupfloch, dass es den Behörden erschwert hatte, die brutale Praxis auf offener See zu verfolgen.


Härtere Auflagen


Die portugiesische Berichterstatterin Maria do Céu Patrão Neves (EVP) setzte sich für die Vorschläge der EU-Kommission ein. In ihrem Bericht fordert sie beispielsweise, dass alle Schiffe, die in EU-Gewässern fischen (und alle EU-Schiffe, die weltweit fischen) in Zukunft nur noch Haie mit intakten Flossen an Land bringen dürfen.


Finnen und Haie müssen in Zukunft im gleichen Hafen gelandet werden. So sollen die Fischer dazugezwungen werden, die Tiere auf den Booten zu töten und nicht wieder ins Meer zu werfen. Oftmals werden heute Flossen abgeschnitten und die sterbenden Tiere ins Wasser geworfen, um Stauraum zu sparen.


Weltweiter Handel


Die Rückenflosse eines Hais bringt laut einer Studie der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO Preise von 15 bis 70 Euro pro Kilogramm. Andere Quellen berichten gar von Preisen von mehreren 100 Euro pro Kilogramm. Die meisten Rückenflossen wurden 2008 in Indonesien gefangen (107 Tonnen), gefolgt von Indien (81 Tonnen) und Spanien (56 Tonnen),  schreibt die FAO. Mehr als die Hälfte aller Exporte werden nach Hongkong geliefert, ein weiteres Drittel in das chinesische Festland.