EU-LISA: Neue EU-Agentur koordiniert IT-Systeme für sicheren Datenaustausch 

 
 

Diese Seite teilen: 

EU-LISA: Eine neue EU-Agentur verwaltet die IT-Systeme der EU ©BELGA/MONKEY 

Der freie Verkehr von Personen und Waren gehört für viele EU-Bürger zu den wichtigsten Errungenschaften der EU. Dafür notwendig ist der Austausch sensibler Daten zwischen staatlichen Behörden in der gesamten EU. Eine Reihe von IT-Systemen soll die Sicherheit dieser grenzübergreifenden Datentransfers garantieren. Verantwortlich für ihren reibungslosen Betrieb ist seit kurzem eine neue EU-Agentur in Estland: EU-LISA.


Datenschutz in der EU bedeutet auch, dass sensible Daten zwischen Grenzschutz- und Zollbehörden in den EU-Staaten ungefährdet ausgetauscht werden. Verwaltet und geschützt wurden die dafür geschaffenen IT-Systeme bisher kommissarisch von Frankreich.


Auf Drängen des Europaparlaments wurde nun eine spezielle EU-Agentur mit dieser Aufgabe betraut. Ab dem 9. Mai ist die Europäische Agentur für das Betriebsmanagement von IT-Großsystemen, kurz EU-LISA, für die Sicherheit des innereuropäischen Datenaustauschs verantwortlich.


"Endlich haben wir ein gemeinsames Instrument und können sichergehen, dass Daten im Sinne Europas verwendet werden", sagte der portugiesische EU-Abgeordnete Carlos Coelho (EVP), der Ende April eine Delegation des EU-Parlaments nach Tallinn leitete, dem Sitz der neuen Agentur.


Verantwortlich sind die Experten von EU-LISA für die Verwaltung der großen IT-Systeme der EU, mit denen nationale Sicherheits- und Justizbehörden vernetzt werden. Dazu gehört etwa die zweite Version des Schengener Informationssystem (SIS II), eines der größten Informationssysteme weltweit. Auch die Eurodac-Datenbank, in der die Fingerabdrücke von Asylbewerbern gespeichert werden, wird in Zukunft von Tallinn aus verwaltet.


EU-LISA arbeitet bereits seit dem 1. Dezember 2012. Der Hauptsitz der Agentur ist in Tallinn, für Notfälle existiert ein zweiter Sitz in Sankt Johan im österreichischen Pongau.


Nach dem Besuch der neugegründeten Agentur in Tallinn betonte der Berichterstatter Coelho, dass es nun wichtig sei, die talentiertesten Sicherheitsexperten aus ganz Europa zu rekrutieren. Auch müsse die EU-Agentur eng mit nationalen Behörden zusammenarbeiten. Wichtig sei aber auch, den Bürgern Europas besser zu erklären, wie das Schengener Informationssystem funktioniert und wozu es gebraucht wird.