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Inforgrafik: Steuerhinterziehung kostet jeden EU-Bürger rund 2000 Euro pro Jahr 

Viele Bürger leiden unter der Eurokrise. Gleichzeitig gehen Milliarden an Steuern verloren. Mehr Einsatz gegen Steuerflucht forderte das Plenum des Europäischen Parlaments daher am 22. Mai von den Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union. Vor einer Anhörung im Wirtschaftsausschuss erläutern die Berichterstatterinnen Mojca Kleva Kekuš (S&D, Slowenien) und Ildikó Gáll-Pelcz (EVP, Ungarn) den Zusammenhang von Steuerflucht, Sparpaketen und Wachstum.

Jeden Europäer kostet Steuerhinterziehung und Steuerflucht pro Jahr rund 2000 Euro. Das ist mehr als alle EU-Staaten pro Jahr für den Gesundheitssektor ausgeben oder viermal so viel wie die Gesamtausgaben für Bildung in der EU, schreibt Kleva Kekuš' in ihrem Berichtsentwurf zu Steuerflucht.


"Wir stehen einem grenzübergreifenden Problem von skandalösen Ausmaßen gegenüber ", sagt Kleva Kekuš. "Die EU-Regierungen müssen beweisen, dass sie die Bürger gegen eine kleine Gruppe von Banken, Rechtsanwälten und reichen Kunden verteidigen können."


In ihrem Bericht, der am 21. Mai im Plenum des Europaparlaments verabschiedet wurde, schlägt sie auch vor, Finanzinstituten, die ihren Kunden bei der Steuerflucht helfen, die Banklizenz zu entziehen


"1 Billion Euro an Einkünften gehen in der EU jedes Jahr wegen Steuerhinterziehung und  Steuerflucht verloren", erklärt Ildiko Gáll-Pelcz. "Ich fordere die EU-Staaten auf, dieses Steuerloch bis 2020 zumindest zu halbieren."


Ebenfalls am 21. Mai wurde der Bericht von Gáll-Pelcz zu Steuern und Wachstum vom Plenum des Parlaments angenommen. Ausgabendisziplin und Strukturreformen seien unvermeidlich, heißt es in ihrem Text.


Statt die Arbeit der Bürger zu besteuern, sollte verstärkt auf Abgaben auf Kapitalerträge, umweltschädigende Praktiken und bestimmte Arten von Konsum gesetzt werden.


Eine Anhörung zur Steuerflucht und -hinterziehung findet am Dienstag, 28. Mai ab 15:30 im Wirtschaftsausschuss statt. Sie können die Veranstaltung live auf der Webseite des Europäischen Parlaments verfolgen. Über einen Link rechts dieses Textes gelangen Sie zur Streaming-Seite.