Bald möglich: Online-Inhalte grenzüberschreitend nutzen 

 
 

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Sie möchten Online-Inhaltedienste, die Sie zuhause abonniert haben, auch auf Reisen nutzen und so zum Beispiel Ihre Lieblingsserie sehen? Aufgrund von Urheberrechtsbeschränkungen ist dies wahrscheinlich nicht möglich. Am Dienstag (29.11.) hat der Rechtsausschuss für einen besseren grenzüberschreitenden Zugang zu Online-Inhalten gestimmt. Konsumenten sollen in Zukunft audiovisuelle Online-Dienste, für die sie bezahlt haben, auch nutzen können, wenn sie in der EU unterwegs sind.

Viele Menschen nutzen kostenpflichtige audiovisuelle Online-Inhaltedienste wie Netflix oder Viasat’s Viaplay, um urheberrechtlich geschützte Inhalte wie Filme, Sportsendungen, Musik, Spiele und E-Books aufzurufen.

Das Parlament vertritt die Ansicht, dass die Konsumenten dann auch zu Recht erwarten können, dass sie auch im Urlaub oder auf Geschäftsreisen in einem anderen Mitgliedstaat ihre Abonnements nutzen und auf die von ihnen rechtmäßig erworbenen Inhalte zugreifen können.

Sehr oft ist dies jedoch nicht möglich, da für die Übertragungsrechte für urheberrechtlich und/oder durch verwandte Schutzrechte geschützte Inhalte häufig Gebietslizenzen vergeben werden.

Der Rechtsausschuss hat am Dienstag für einen Verordnungsentwurf zur "Gewährleistung der grenzüberschreitenden Portabilität von Online-Inhaltediensten" im Binnenmarkt gestimmt. Die Verordnung soll die Beschränkungen beseitigen und es den EU-Bürgern ermöglichen, ihre zuhause erworbenen oder abonnierten Online-Inhalte auch bei einem vorübergehenden Aufenthalt in einen anderen Mitgliedstaat nutzen zu können.

Der Berichterstatter des Parlaments, der französische EU-Abgeordnete Jean-Marie Cavada (ALDE), betonte in unserem Videointerview: "Es handelt sich um eine Art Ausnahme, die eine grenzübergreifende Übertragbarkeit für kurze Zeit ermöglicht. Zwei Dinge sind Voraussetzung: Es handelt sich um einen Kurzaufenthalt und wir können überprüfen, dass Sie in Ihrem Wohnsitzland tatsächlich für das Abo bezahlt haben, das Sie während Ihrer Reise nutzen wollen."

Die EU-Abgeordneten werden nun mit den Regierungen der Mitgliedstaaten den finalen Text der Verordnung verhandeln.