Hochleistungsrechnen: EU will aufholen 

 
 

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Das EP unterstützt Initiativen für Supercomputer ©AP Images/European Union-EP 

Keiner der zehn leistungsstärksten Supercomputer der Welt befindet sich in der EU, auch wenn europäische Wissenschaftler sie brauchen, um Big Data zu nutzen und Entdeckungen voranzutreiben.

Am Dienstag (3.7.) hat das Europäische Parlament einen Plan zum Erwerb und der Entwicklung von europäischen Hochleistungsrechnern (HPC) unterstützt, die bis 2022 weltweit unter den Top-3 rangieren sollen.

Ob Big Data (Massendatenverarbeitung), künstliche Intelligenz, Klimamodelle oder Kryptographie - alle diese Bereiche erfordern den Einsatz von sogenannten Supercomputern. Dabei handelt es sich um Rechner, die in der Lage sind, eine Million Milliarden Rechenoperationen pro Sekunde durchzuführen. Systeme mit einer Rechenleistung im Exa-Bereich (eine Trillion Rechenoperationen pro Sekunde) werden für die frühen 2020er-Jahre erwartet. Kein EU-Mitgliedstaat verfügt über die Kapazitäten, einen solchen Hochleistungsrechner alleine zu entwickeln.

“Leider hat die EU diesen Sektor zu lange vernachlässigt. Während einige Staaten wie die USA und China zügig an der Entwicklung von Supercomputern arbeiten, die zu Hochleistungsoperationen im Exa-Bereich in der Lage sind, besitzt die EU nicht einen einzigen Supercomputer, der unter den Top-10 der Welt wäre“, sagte Berichterstatter Zigmantas Balčytis (S&D, Litauen) nach der Abstimmung im Industrieausschuss am 19. Juni. Er betonte zudem, dass die EU im Vergleich zu anderen Ländern, die verstärkt in die Entwicklung von Supercomputing-Infrastrukturen investieren, mit einer Unterfinanzierungslücke von rund 500 Millionen Euro pro Jahr konfrontiert ist.     

Das von der Europäischen Kommission angestoßene Projekt würde das Gemeinsame Unternehmen für europäisches Hochleistungsrechnen für den Zeitraum bis 31. Dezember 2026 einrichten und mit 486 Millionen Euro aus EU-Fördermitteln ausstatten. Von den teilnehmenden Mitgliedstaaten wird erwartet, dass sie einen gleichwertigen finanziellen Beitrag zum Gemeinsamen Unternehmen leisten. Der Privatsektor wird erwartungsgemäß zusätzliche Mittel in Höhe von 422 Millionen Euro bereitstellen.

Die EU-Industrie stellt rund fünf Prozent der weltweiten HPC-Ressourcen bereit, während sie selbst 29 Prozent dieser Ressourcen in Anspruch nimmt.