Private Altersvorsorge: EU-Alternative für mehr Auswahl 

 
 

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Das Parlament befasste sich mit freiwilligen privaten Altersvorsorgeplänen. Foto: Alex Beaz / Unsplash 

Ein europaweites privates Altersvorsorgeprodukt wird es Sparern in der gesamten EU ermöglichen auch bei einem Umzug in einen anderen EU-Mitgliedstaat weiter in ihren Vertrag einzuzahlen.

Das Parlament hat am 4. April für neue Regeln zur Einführung privater Altersvorsorgeprodukte mit standardisierten Produktmerkmalen in der gesamten EU gestimmt. Diese werden mit nationalen Produkten in diesem Bereich konkurrieren und damit denjenigen, die für den Ruhestand sparen wollen, eine größere Auswahl bieten.

Die Berichterstatterin des Parlaments, die niederländische Abgeordnete Sophie in 't Veld (ALDE), sagte vor dem Plenum: "Wir haben eingehalten, was wir versprochen haben: ein paneuropäisches Produkt, das einfach, sicher und gut für die Verbraucher ist." Sie merkte an, dass es sich um eine ergänzende Option handelt, die in keiner Weise die staatlichen Renten ersetzt, und fügte hinzu: "Sie wird weiter zu einem sozialen Europa beitragen, das sich um die Menschen kümmert".

Was sind private Altersvorsorgeprodukte?

Private Altersvorsorgeprodukte geben den Menschen die Möglichkeit, Geld für den Ruhestand beiseite zu legen. Sie sind freiwillig und ergänzen das, was Sie aus dem öffentlichen Rentensystem und den Beiträgen Ihres bzw. Ihrer Arbeitgeber erhalten können.

Während Sie nicht verpflichtet sind, eine private Altersvorsorge zu haben, kann diese eine nützliche zusätzliche Einnahmequelle sein, wenn Sie in den Ruhestand gehen. Geld, das Sie einsetzen, wird in Finanzinstrumente investiert.

Die Alternative der EU

In den EU-Ländern gibt es viele private Altersvorsorgeprodukte auf dem Markt, die jedoch sehr unterschiedlich sind. Das europaweite private Altersvorsorgeprodukt (Pan-European Personal Pension Product - PEPP) soll eine einfache Alternative mit Standardproduktmerkmalen und transparenten Kosten bieten, die grenzüberschreitend vertrieben werden kann.

In 't Veld wies darauf hin, dass die Vorschriften umfassende Rechte für die Verbraucher vorsehen, darunter die gesamteuropäische Aufsicht durch die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung. Das PEPP bringt auch einen klaren Satz von Informationen, die dem Sparer ausgehändigt werden müssen, mit sich sowie obligatorische Beratung, um sicherzustellen, dass der Sparer weiß, was er kauft und was er erwarten darf.

Die Sparer profitieren auch von der erhöhten Portabilität, da sie in einem anderen Mitgliedstaat arbeiten und trotzdem bei demselben Anbieter für den Ruhestand sparen können. PEPP-Anbieter hingegen können ihre Produkte an einen größeren Markt verkaufen und Größenvorteile erzielen.

Mit der Einführung der PEPPs dürften sich die von Anbietern von privaten Vorsorgeprodukten gehaltenen Vermögenswerte im Jahr 2030 auf 2 100 Milliarden Euro belaufen, so eine von der Europäischen Kommission zitierte Studie.

Die Sparer können zwischen verschiedenen Anlageoptionen wählen und so das Risiko angeben, mit dem sie sich wohlfühlen. Es wird auch eine Basisoption (Standardoption) mit einer Gebührenobergrenze von einem Prozent des angesammelten Kapitals pro Jahr geben. Darüber hinaus können die Sparer zu gedeckelten Kosten zu anderen Anbietern solcher Produkte wechseln.

Steuerliche Behandlung

Steuerliche Anreize können entscheidend dafür sein, ob Menschen private Altersvorsorgeprodukte in Anspruch nehmen. In einer gesonderten Empfehlung an den Rat argumentierten die Abgeordneten, dass PEPPs von den Ländern steuerlich begünstigt werden sollten, um Sparer anzuziehen.

Zu den Optionen gehört, dass jedes Land einzeln den PEPPs die gleiche Steuervergünstigung gewährt wie anderen nationalen Produkten, oder dass alle EU-Länder gemeinsam spezifische Steuererleichterungen vereinbaren.

Nächste Schritte

Sobald der Rat die neuen Regeln gebilligt hat, wird die PEPP Verordnung im Amtsblatt der EU veröffentlicht und tritt 20 Tage später in Kraft. Sie gilt zwölf Monate nach der Veröffentlichung der damit zusammenhängenden delegierten Rechtsakte im Amtsblatt.