Sacharow-Menschenrechtspreis: Snowden, Yousafzai und weißrussische politische Gefangene Finalisten 2013  

 
 

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Sacharow-Preis 2013: drei Finalisten ausgewählt 

Die drei Finalisten für den Sacharow-Menschenrechtspreis 2013 sind der ehemalige NSA-Mitarbeiter und Skandalaufdecker Edward Snowden, die pakistanische Aktivistin Malala Yousafzai, die sich in ihrer Heimat für das Recht von Mädchen auf Bildung einsetzt. Stellvertretend für alle politischen Gefangenen in Weißrussland wurden auch Ales Bialatski, Eduard Lobau und Mykola Statkevich nominiert.

Am 30. September einigten sich die Ausschüsse für Auswärtiges, Entwicklung und Menschenrechte auf drei Finalisten, ausgewählt aus den sieben ursprünglichen Kandidaten.


Die weißrussischen Dissidenten Ales Bialatski, Eduard Lobau und Mykola Statkevich wurden stellvertretend für alle politischen Gefangenen in Belarus nominiert. Die drei Aktivisten wurden verhaftet, nachdem es zu friedlichen Massendemonstrationen gegen die umstrittene Wiederwahl des weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko Ende 2010 kam.


Ales Bialiatski ist Präsident des "Viasna"-Menschenrechtscenters. Eduard Lobau engagiert sich für die "Malady Front", die wichtigste pro-demokratische Jugendorganisation des Landes. Mykola Statkevich trat 2010 als Präsidentschaftskandidat gegen Lukaschenko an.


Der US-Amerikaner Edward Snowden arbeitete als Computerspezialist für den US-Geheimdienst NSA. Er veröffentlichte geheime Daten, die zeigen wie Geheimdienste in den USA und Europa systematische die weltweite elektronische Kommunikation überwachen. Im Juni 2013 klagte ihn die US-Regierung der Spionage an. Im Juli 2013 wurde ihm zeitweises Asyl in Russland gewährt.


Die mittlerweile 16-jährige Pakistanerin Malala Yousafzai setzt sich für die Rechte von Frauen und Mädchen auf Bildung und Selbstbestimmung ein. In ihrer Heimat, dem pakistanischen Swat-Tal wurde sie dafür von den Taliban brutal überfallen und niedergeschossen.


Den Taliban-Kämpfern war der enorm erfolgreiche Blog des Mädchens ein Dorn im Auge. Seit ihrem 11. Lebensjahr schrieb Yousafzai unter einem Pseudonym über ungerechte Behandlung von Mädchen und Frauen.


Der oder die Preisträger werden am 10. Oktober von Parlamentspräsident Martin Schulz und den Fraktionsvorsitzenden bestimmt. Die Preisverleihung findet am 20. November in Straßburg statt.