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Am Donnerstag (18.5.) stimmen die EU-Abgeordneten über neue Regeln ab, die es den Europäern erlauben, ihre Online-Abonnements für Filme und Serien auch bei Reisen im EU-Ausland zu nutzen.

EU-Bürger, die ein anderes EU-Land besuchen, werden dort oft daran gehindert, auf Online-Inhalte, für die sie in ihrem Heimatland Abonnementgebühren bezahlen, zuzugreifen.


EU-Parlament stimmt über neue Regeln ab


Die neue Verordnung bietet den Verbrauchern die Möglichkeit, Online-Inhaltedienste, die sie in ihrem Heimatland abonniert oder gekauft haben, auch dann zu nutzen, wenn sie vorübergehend in einem anderen EU-Mitgliedstaat sind. Sie müssen also künftig im Urlaub, bei Geschäfts- oder Studienaufenthalten im EU-Ausland nicht mehr auf ihre Online-Abonnements für Filme, Sportereignisse, Musik, E-Books oder Videospiele verzichten.


Der Berichterstatter des EU-Parlaments, Jean-Marie Cavada (ALDE) aus Frankreich, hebt in unserem Video die Vorteile der neuen Bestimmungen hervor: "Wenn Sie etwa in Deutschland leben, aber verreisen oder Ihre Familie besuchen oder in Spanien arbeiten, haben Sie auf Ihre in Deutschland abonnierten Dienste in jedem anderen Land der EU Zugriff, weil die Regelung EU-weit gilt."


Anbieter von Online-Inhaltediensten erhalten die Möglichkeit, das Wohnsitzland der Abonnenten zu überprüfen. Das EU-Parlament hat gefordert, dass entsprechende Schutzmaßnahmen in die Verordnung aufgenommen werden, um sicherzustellen, dass der Datenschutz und die Privatsphäre im Zuge des Prüfprozesses auch respektiert werden.


Die Verordnung wird in der ersten Jahreshälfte 2018 in Kraft treten. Sie wird auch für bereits laufende Abonnements gelten.


In Vorbereitung ...

Die neue Verordnung erlaubt den Verbrauchern, die Dienste, für die sie bezahlt haben, in der ganzen EU zu nutzen. Gleichzeitig wird die Verordnung voraussichtlich auch gegen Online-Piraterie wirken, da der Zugang zu rechtmäßig erworbenen Inhalten gefördert wird.


Außerdem werden mit 15. Juni die Roaming-Gebühren in der EU abgeschafft. Die EU-Abgeordneten befassen sich auch mit neuen Bestimmungen, um ungerechtfertigtes Geo-Blocking zu beenden.


Video-On-Demand

Nach Angaben der Europäischen Rundfunkunion (EBU) haben im Jahr 2016 rund 11 Prozent aller europäischen Haushalte einen Video-On-Demand-Dienst abonniert. Schätzungen zufolge wird sich dieser Prozentsatz bis 2020 verdoppeln.