Interview mit Jerzy Buzek zur Energieunion 

 
 

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Der polnische EU-Abgeordnete Jerzy Buzek (EVP). Der ehemalige Parlamentspräsident ist Vorsitzender des Industrieausschusses 

Wir haben mit dem polnischen Vorsitzendem des Industrieausschusses Jerzy Buzek (EVP) über die Rolle des Parlaments bei der Energieunion gesprochen..

Das Thema Energie steht bereits seit längerer Zeit auf der politischen Agenda der EU. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker machte die Energieunion zu einer seiner Prioritäten. Am Mittwoch (25.2.) diskutiert Kommissionsvizepräsident Maroš Šefčovič seine Pläne für die Energieunion, die er Anfang der Woche veröffentlichte, mit dem Plenum.

Was ist die Energieunion und warum brauchen wir sie?


Ich sehe die Energieunion als einen politischen Rahmen, der alle relevanten Sektoren und Akteure zusammenbringt, um den Herausforderungen im Energiebereich mit einem integrierten Ansatz zu begegnen. Die Energieunion kann außerdem neuen Schwung in die Wirtschaft, Wettbewerb und den Arbeitsmarkt bringen.


Stabile, nachhaltige, bezahlbare, wettbewerbsfähige Energie ist eine Herausforderung, die EU-Mitgliedstaaten nicht mehr alleine bewältigen können. Um dieser Herausforderung zu begegnen, müssen wir eine ganzheitliche Energiepolitik verfolgen. Wir sind jedoch noch weit entfernt von einer vollständigen Umsetzung der Energieunion.


Ein Großteil unserer Energie kommt aus Russland, der Ukraine und Nordafrika. Wie wird die Energieunion unsere Energiesicherheit verbessern und was könnten die Konsequenzen für unsere Beziehungen mit Russland sein?


Durch einen Energiebinnenmarkt mit exzellenten Verbindungen und ohne isolierte "Energieinseln" könnten sich die Mitgliedstaaten gegenseitig helfen. Das würde eine konstante Energieversorgung für alle Regionen garantieren.


Wir brauchen die Energieunion, um die interne Sicherheit, Belastbarkeit und die Fähigkeit über bestimmte Energieströme zu entscheiden, sicherzustellen. Die Energieunion ist nicht gegen jemand externes gerichtet. Die Entwicklung unserer Beziehung zu Russland war möglicherweise ein Impuls für uns, einen Gang zuzulegen.

Es ist jedoch kein Ziel der Energieunion, die EU-Russland-Beziehung zu ändern.


Was ist die Rolle des Parlaments bei der Energieunion?


Zuerst einmal überwacht das Parlament die politischen Prozesse in der EU und die Energiestrategie ist sicherlich einer dieser Prozesse.


Darüber hinaus müssen 500 Millionen Menschen, die von den EU-Abgeordneten repräsentiert werden, genauso wie alle relevanten Akteure auf dem Laufenden gehalten werden. Aus diesem Grund ist es ein gutes Zeichen, dass Vizepräsident Šefčovič ins Plenum kommt kurz nach der ersten Präsentation der Energieunion.

Verfolgen Sie die Diskussion im Plenum am Mittwoch (25.2.) ab 15 Uhr live.