Fußball und das große Geld: Das Parlament stellt Fragen 

 
 

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Dubiose Geldtransfers im Fußball: Der Panama Papers-Untersuchungsausschuss befasst sich mit den "Football-Leaks-Enthüllungen" und hat am 26.9. eine Anhörung mit Experten veranstaltet.

"Football Leaks" ist eine Enthüllungsplattform, eine Whistleblower-Website, die Daten aus dem Fußballbusiness veröffentlicht. Im Jahr 2016 hat "Football Leaks" mit dem SPIEGEL und anderen Medien im Recherchenetzwerk "European Investigative Collaboration" (EIC) zusammengearbeitet: Daraus resultierte eine Reihe von Artikeln über undurchsichtige Praktiken und Steuertricks im (europäischen) Fußball.

Der tschechische EU-Abgeordnete und Ko-Berichterstatter Petr Ježek (ALDE) sagte während des Hearings: „Es geht beim Sport, vor allem beim Fußball, um sehr viel Geld und es gibt ausgeklügelte Methoden, um zu versuchen, Steuern zu vermeiden.“ Die endgültigen Empfehlungen des Untersuchungsausschusses, über die das Plenum vor Ende des Jahres abstimmen wird, werden von Petr Ježek und Jeppe Kofod (S&D, DK) verfasst.

Der Enthüllungsjournalist Merijn Rengers von der niederländischen Zeitung NRC Handelsblad gab einen Überblick über die Haupterkenntnisse der Recherchen der EIC. Wenn Fragen an Vertreter der Fußballindustrie gestellt wurden, erklärte Rengers, so sei die Antwort gewesen: "Das ist vielleicht merkwürdig für jemanden, der das von außen betrachtet, aber das ist nun mal Fußball. So läuft das hier bei uns. So haben wir das seit jeher gemacht in unserer gesamten Laufbahn."

Ein anderer wichtiger Punkt sei die Einstellung gegenüber Steuern. "Wir haben herausgefunden, dass die größten Klubs, die größten Spieler und die größten Agenten, also so ziemlich jeder, Steuergestaltungen nutzte, um Geld aus der Sichtweite der Steuerbehörden hinauszubefördern. Es ist wie eine Epidemie", betonte Rengers.

"Nicht nur die Geldsummen sind riesig, es sind auch riesige Netzwerke von Einzelpersonen involviert, um verschiedene Gelder durch obskure Mittel verschiedenster Art in Steueroasen zu schaffen", sagte der spanische EU-Abgeordnete Juan Fernando López Aguilar (S&D).

Kimberly Morris vom "Transfer Matching System" (Transferabgleichungssystem) der FIFA beschrieb, wie die Spielertransfers rund um den Globus überwacht werden. Julien Zylberstein, Rechtsberater der UEFA, beschrieb unter anderem die Vorteile der "Financial Fairplay"-Regeln, die 2010 eingeführt worden sind. Gregor Reiter sprach über die Arbeit der "European Football Agents Association". Sie können die Videoaufzeichnung des gesamten Hearings hier sehen.

Den Vorsitz der Sitzung führte der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses Werner Langen (EVP) aus Deutschland.