Mikroplastik: Ursachen, Auswirkungen und Lösungen 

 
 

Diese Seite teilen: 

Woher kommt Mikroplastik und was sind die Folgen? Lesen Sie hier über wichtige Fakten zum Thema und erfahren Sie, an welchen Lösungen die EU arbeitet.

Was ist Mikroplastik und woher kommt es?

Als Mikroplastik werden winzige Kunststoffteilchen (mit einem Durchmesser unter fünf Millimetern) bezeichnet, die je nach Ursprung in zwei Hauptkategorien unterteilt werden:

Primäres Mikroplastik: 
  • Direkt als kleine Partikel an die Umgebung abgegeben 
  • Schätzungen zufolge macht es 15 bis 31 Prozent des Mikroplastiks in den Ozeanen aus  
  • Hauptquellen: Waschen von synthetischer Kleidung (35 Prozent des primären Mikroplastiks) 
  • Reifenabrieb durch Fahren (28 Prozent) 
  • Absichtlich zugesetztes Mikroplastik in Körperpflegeprodukten (beispielsweise Mikrokügelchen in Gesichtspeelings) (2 Prozent) 
Sekundäres Mikroplastik: 
  • Entstehen beim Abbau größerer Kunststoffgegenstände, wie zum Beispiel Plastiktüten, Flaschen oder Fischernetze 
  • Macht zwischen 69 und 81 Prozent des Mikroplastiks in den Ozeanen aus 

Was sind die Auswirkungen von Mikroplastik?

Mikroplastik findet man in zunehmendem Maße in unseren Ozeanen. Die Vereinten Nationen erklärten im Jahr 2017, dass es in den Meeren bis zu 51 Billionen Mikroplastikpartikel gebe - das sind 500 Mal mehr als Sterne in unserer Galaxie.

Das im Meer gefundene Mikroplastik kann von Meerestieren aufgenommen werden. Der Kunststoff sammelt sich dann an und kann über die Nahrungskette wieder beim Menschen landen.

Zudem wurden Mikroplastikteilchen in verschiedenen Lebensmitteln und Getränken gefunden, wie beispielsweise in Bier, Honig und Leitungswasser. Es überrascht also nicht, dass vor Kurzem auch Kunststoffpartikel im menschlichen Stuhl entdeckt wurden.

Die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit sind noch nicht bekannt. Kunststoffe enthalten jedoch häufig Zusatzstoffe wie Stabilisatoren, Flammschutzmittel und andere möglicherweise toxische chemische Substanzen, die für Tiere und Menschen, die sie aufnehmen, schädlich sein können.

An welchen Lösungen arbeitet die EU?

Im September 2018 nahmen die Abgeordneten eine Kunststoffstrategie an, die darauf abzielt, die Recyclingquoten von Kunststoffabfällen in der EU zu erhöhen.

Unsere Infografik zeigt Zahlen und Fakten zu Kunststoffabfällen und Recycling in Europa.

Zudem forderten die Abgeordneten die Kommission auf, ein EU-weites Verbot von absichtlich zugesetztem Mikroplastik in Produkten wie Kosmetika und Reinigungsmitteln bis 2020 einzuführen und Maßnahmen zu ergreifen, um die Freisetzung von Mikroplastik aus Textilien, Reifen, Farben und Zigarettenkippen zu minimieren.

Im Oktober unterstützte das Parlament ein EU-Verbot für bestimmte Einwegprodukte aus Kunststoff, die in den Meeren häufig gefunden werden und für die es bereits Alternativen aus Ersatzstoffen gibt. Die Abgeordneten fügten der Liste der zu verbietenden Gegenstände oxo-abbaubare Kunststoffe hinzu. Oxo-abbaubare Kunststoffe sind herkömmliche Kunststoffe, die aufgrund von Zusätzen leicht in kleine Stücke zerfallen und zur Mikroplastik-Verschmutzung in den Ozeanen beitragen.

Außerdem stimmte das Parlament 2015 für eine Beschränkung des Verbrauchs von leichten Plastiktüten in der EU.