Europäisches Unterstützungsbüro für Asylfragen: Jahresbericht 2016 

 
 

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Der Jahresbericht des Europäischen Unterstützungsbüros für Asylfragen (EASO) wurde im EU-Parlament vorgestellt.

Jahresbericht 2016 über die Asylsituation in der EU

Im Jahr 2016 sind in der EU+ (EU-Mitgliedstaaten sowie Norwegen, Schweiz, Island und Liechtenstein) 1,3 Millionen Anträge auf internationalen Schutz gestellt worden. Im Vergleich zum Vorjahr, 2015, bedeutet dies einen Rückgang von 7 Prozent. 32 Prozent der Antragsteller waren unter 18 Jahre alt.

Die meisten Asylanträge wurden von Menschen aus Syrien, Afghanistan, dem Irak, Pakistan und Nigeria gestellt. (26 Prozent aller Anträge wurden von Syrern eingereicht.)

Im Jahr 2016 ergingen in der EU+ 1 148 680 erstinstanzliche Entscheidungen. Davon fielen 698 750 positiv aus.

Der Druck an den EU-Außengrenzen ist nach wie vor hoch: Im Jahr 2016 wurden mehr als 511 000 illegale Grenzübertritte verzeichnet, darunter 382 000 Neuankünfte aus Afrika, dem Nahen Osten und Asien. Andererseits sind nach Inkrafttreten des Abkommens zwischen der EU und der Türkei die irregulären Grenzübertritte auf der Türkei-Route von 885 386 im Jahr 2015 auf 182 534 im Jahr 2016 gesunken.

Was ist das EASO?

Das Europäische Unterstützungsbüro für Asylfragen (EASO) ist eine 2010 gegründete EU-Agentur, die praktische und technische Unterstützung für die Mitgliedstaaten bereitstellt, und ihnen dabei hilft, die EU-Gesetzgebung umzusetzen. Insbesondere bietet die Agentur Mitgliedstaaten, deren Asyl- und Aufnahmesysteme unter besonderem Druck stehen, operative Unterstützung.

"Die europäische Asylagentur soll unsere Zusammenarbeit stärken. Wir brauchen eine europäische Lösung, kein einzelnes Agieren auf nationaler Ebene: Wir brauchen eine gemeinsame europäische Lösung", so der Berichterstatter Péter Niedermüller (S&D) aus Ungarn in unserem Video.

Die Flüchtlings- und Migrationskrise von 2015 machte deutlich, dass eine Überarbeitung des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems notwendig ist. Ein Bericht des europäischen Parlaments fordert eine Stärkung des momentanen Europäischen Unterstützungsbüros für Asylfragen, das zu einer EU-Asylagentur umgewandelt wird. Die Agentur soll mit den notwendigen Mitteln ausgestattet werden, um Mitgliedstaaten in Krisensituationen zu unterstützen, und auch zu überwachen, wie nationale Behörden EU-Gesetzgebung umsetzen.

Jedes Jahr präsentiert das EASO einen Bericht zur Asylsituation in der EU, einschließlich Norwegen, Schweiz, Island und Liechtenstein. Der Jahresbericht für 2016 wurde am Dienstag (21. November) im Innenausschuss präsentiert.