Interview mit dem libanesischen Premierminister Salam zur Flüchtlingskrise und Extremismus 

 
 

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Interview mit dem libanesischen Premierminister Tammam Salam 

"Wir haben eine Situation, die so noch nie da gewesen ist", sagte der libanesische Premierminister Tammam Salam zur Flüchtlingskrise in seinem Land im Interview. Er besuchte am Dienstag (2.12.) das Europäische Parlament und traf den Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten sowie Parlamentspräsident Martin Schulz. Im Interview hat er uns erklärt, mit welchen Herausforderungen sein Land konfrontiert ist.

Seit der Konflikt in Syrien begonnen hat, sind 1,5 Millionen Menschen in den Libanon geflüchtet - Ein Land das selbst nur vier Millionen Einwohner hat. "Wir teilen mit ihnen unser Wasser, unsere Elektrizität, unsere Schulen und unsere Krankenhäuser. Das Land war nicht darauf vorbereitet und kann kaum den Bedürfnissen seiner eigenen Einwohner gerecht werden", sagte Salam.


Trotz der Flüchtlingskrise im Libanon hat das Land seine Grenzen nicht geschlossen, betonte der Premierminister. "Wir brauchen viel Moral, Material und finanzielle Unterstützung, um diese Situation aufrechtzuerhalten."


Schlüsselrolle des Nahost-Konflikts für die Stabilität in der Region


Der Konflikt in Syrien führt immer wieder zu Sicherheitsausfällen im Libanon. Salam bat um europäische Unterstützung, um dieses Problem zu lösen. Gleichzeitig lobte er die libanesische Armee für seine Bemühungen, ein Überspringen des Extremismus aus Syrien zu verhindern.


Der Premierminister wiederholte, dass seine Regierung nicht unter Druck des Islamischen Staates in Syrien (ISIS) und der Al-Nusra Front stehe, die 26 libanesische Soldaten als Geiseln genommen habe. "Zwei haben sie bereits enthauptet und einen getötet. Für jeden Soldaten sollen fünf Terroristen aus dem Gefängnis entlassen werden."


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Um den Mittleren Osten zu stabilisieren, werde die Hilfe der EU gebraucht. Für die Region sei der Friedensprozess im Nahost-Konflikt besonders wichtig. "So lange Israel neue Siedlungen baut und die Friedensverhandlungen nicht unterstützt, werden wir mehr und mehr Extremismus in der Region züchten."


Salam ist dankbar für die humanitären Programme für die Flüchtlinge im Libanon. "Wir brauchen mehr davon", sagte er.