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Europeana: das Logo der digitalen Bibliothek 

„Google Books“ macht von sich reden. Nicht zuletzt durch Klagen von Autoren, die sich durch den Internet-Giganten in ihren Urheberrechten verletzt sehen. Wie kann die europäische Alternative, die im November 2008 an den Start gegangene digitale Bibliothek „Europeana“, ähnliche Probleme vermeiden und erreichen, dass sie von Autoren und Nutzern angenommen wird? Im Rahmen der Vorbereitung der nächsten Phase nahm am Montag (22. Februar 2010) der Kulturausschuss des Europaparlaments Stellung.

Die Bremer EU-Abgeordnete Helga Trüpel (Grüne) hat sich als Berichterstatterin und stellvertretende Vorsitzende des Kulturausschusses mit der Zukunft der digitalen Bibliothek befasst.


Ausgleich zwischen Autorenrechten und öffentlichem Kultur-Interesse


Ziel der EU müsse es sein, so Trüpel, „einen Ausgleich zu finden zwischen der Vergütung der Autoren und dem Interesse an der Verfügbarkeit ihrer Werke. Google hat viele Bücher gescannt, die dem Urheberrecht unterliegen  und dann haben sich die Autoren beschwert und sind vor Gericht gezogen.“


Die Urheberrechtsfrage ist daher für das Projekt von größter Bedeutung, sind sich alle Experten einig. Wichtig sei auch, mehr Finanzmittel für die Digitalisierung zur Verfügung zu stellen, meint Trüpel. 


Ein öffentliches Projekt für kulturelle Vielfalt


Für die Berichterstatterin ist das Europeana-Projekt auch deshalb wichtig, „um zu zeigen, dass so etwas auch mit öffentlichen Mitteln und nicht mit Werbung finanziert werden kann. Wenn wir unser europäisches Gesellschaftsmodell und unsere kulturelle Vielfalt verteidigen wollen, dann brauchen wir Europeana“.


Europeana umfasst momentan 6 Millionen digitalisierte Werke, darunter Bücher, Zeitungen, Filme und Fernsehsendungen, aber auch Gemälde, Fotos und Karten sowie Musik.


Es wird von der EU und den Mitgliedsstaaten finanziert und von der niederländischen Nationalbibliothek in Zusammenarbeit mit den öffentlichen Bibliotheken Europas betrieben.


Eine neue Version der Online-Bibliothek mit dann 10 Millionen Werken soll noch im Laufe dieses Jahres online gehen.