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Minen töten und verstummeln noch immer viele Menschen weltweit ©BELGA/AFP/Shah Marai 

Seit knapp 14 Jahren verbietet die Ottawa-Konvention den Einsatz von Tretminen. Doch in mehr als 90 Ländern fordern sogenannte Anti-Personenminen noch immer Menschenleben. Ein Bericht des Auswärtigen Ausschusses analysiert die internationalen Bemühungen im Kampf gegen Minen und präsentiert neue Lösungen.

Der Tod ist billig, rund drei Dollar kostet eine Antipersonenmine. Und auch wenn das Opfer überlebt, erfüllt die Waffe ihre Wirkung und verbreitet Angst und Schrecken. Viel schwieriger ist es, die tödlichen Sprengladungen wieder loszuwerden. Die Minen bleiben oft über Jahrzehnte aktiv und müssen unter Lebensgefahr entschärft werden.


Rund 100 Millionen Antipersonenminen sind weltweit vergraben, schätzt das Rote Kreuz. Am dramatischsten ist die Lage in Afghanistan, Angola und Bosnien, berichtet der britische EU-Abgeordnete Geoffrey Van Orden von den Europäischen Konservativen und Reformisten in einem Initiativreport des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten. Allein in Afghanistan sterben pro Jahr mehr als 500 Menschen durch Minen, über die Hälfte von ihnen Kinder.


Doch die Ottawa-Konvention kann auch Erfolge vorweisen. Mehr als 150 Staaten haben das Dokument bisher ratifiziert und damit Herstellung, Verkauf, Lagerung und Einsatz der Minen verboten. Die Anzahl der Opfer sank von 18.000 in 1999 auf 4.000 in 2009, berichtet Van Orden. Dank der Konvention gelten heute 16 Staaten als komplett minenfrei, darunter Ruanda, das im Bürgerkrieg Anfang der 90er Jahre von den Konfliktparteien vermint wurde.    


Eine Welt ohne Minen


Mit rund 2,8 Milliarden Euro hat die internationale Gemeinschaft diese Arbeit in den letzten zehn Jahren unterstützt. In Afghanistan allein wurden 2009 mehr als 50 Millionen Euro für die Räumung der Minen investiert.


Van Orden ist daher optimistisch, dass eine Welt ohne Antipersonenminen innerhalb einer überschaubaren Zeitspanne möglich ist. Er warnt aber auch, dass "es immer Terroristen und Aufständische geben wird, die ohne Rücksicht auf Verluste auf solch menschenverachtende Waffen zurückgreifen".


Um die vorhandenen Gelder effizienter einzusetzen, sollte die internationale Gemeinschaft ihre Hilfe in Zukunft auf die am stärksten betroffenen Länder konzentrieren. Dafür müssten auch die Regeln der EU-Kommission überarbeitet werden, um Hilfsgelder schneller und flexibler vergeben zu können. Betroffene Staaten dürften sich aber nicht allein auf ausländische Hilfe verlassen. Wichtig sei der Aufbau nationaler Kapazitäten, um Minen zu entschärfen und den Opfern zu helfen. 


Das Parlament wird voraussichtlich am 22.Juni über den Bericht abstimmen.