EU-Tabakrichtlinie bringt größere Warnhinweise  

 
 

Diese Seite teilen: 

Die neue Tabakrichtlinie muss bis zum 20. Mai 2016 in nationales Recht umgesetzt werden 

26 Prozent der EU-Bevölkerung rauchen. Der Einstieg ins Rauchen erfolgt in den meisten Fällen sehr früh: 94 Prozent aller Raucher beginnen damit vor ihrem 25. Lebensjahr. Vor zwei Jahren hat die EU eine neue Tabakrichtlinie beschlossen, die bis Freitag (20.5.) von den Mitgliedstaaten umgesetzt werden muss. Ziel ist, vor allem die Raucherquote von jungen Menschen zu senken. Jeder vierte Europäer zwischen 15 und 24 Jahren greift zur Zigarette. Sehen Sie dazu unsere Infografik.

Im Jahr 2014 hat die EU eine neue Tabakrichtlinie verabschiedet. Sie enthält strengere Vorschriften über die Herstellung, die Aufmachung und den Verkauf von Tabakerzeugnissen und verwandten Produkten. Am Freitag (20.5.) läuft nun die Frist für die Mitgliedstaaten ab, die Vorschriften der Richtlinie in nationales Recht umzusetzen.


Welche Neuerungen kommen?


Gemäß der Richtlinie müssen 65 Prozent der Vorder- und Rückseite von Zigaretten- und Drehtabakverpackungen mit Warnhinweisen (Abbildung und Text) bedeckt werden.


Zigaretten und Drehtabak mit charakteristischen Aromen werden verboten. Verboten werden auch kleine und damit billigere Verpackungsgrößen für bestimmte Tabakwaren. Des Weiteren werden auch alle verkaufsfördernden und irreführenden Elemente von den Tabakverpackungen verbannt. Diese Maßnahmen sollen vor allem dazu dienen, junge Menschen davon abzuhalten, mit dem Rauchen zu beginnen.


Die Tabakindustrie muss den Mitgliedstaaten genaue Berichte über die in den Tabakerzeugnissen verwendeten Inhaltsstoffe vorlegen, vor allem für Zigaretten und Drehtabak. Außerdem müssen neuartige Tabakprodukte, bevor sie auf den EU-Markt gebracht werden, gemeldet werden.


E-Zigaretten werden reguliert, entweder als Arzneimittel, wenn sie als Entwöhnungshilfe dargestellt werden oder als Tabakerzeugnisse. In diesem Fall dürfen sie nicht mehr als 20 mg/ml Nikotin enthalten.


Die Mitgliedstaaten können außerdem den Verkauf von Tabak und Tabakerzeugnissen im Internet verbieten.


700 000 Todesfälle pro Jahr


In der Europäischen Union sterben jährlich rund 700 000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Rund die Hälfte der Raucher stirbt vorzeitig. Raucher leben mehr Jahre ihres Lebens bei schlechter Gesundheit. Sie haben ein erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken. Zudem zählt das Rauchen zu den Risikofaktoren für Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen.


Die Berichterstatterin des EU-Parlaments, die britische EU-Abgeordnete Linda McAvan (S&D) sagt zur neuen Richtlinie: "Die Verpackungen von Tabakerzeugnissen werden sich ändern, da mehr Warnhinweise als Werbung anzubringen sind. Marktschreierische Produkte werden vom Markt verschwinden. Diese neuen und klaren Vorschriften sollen, zusammen mit nationalen Maßnahmen wie das Rauchverbot an öffentlichen Plätzen, die Tabakindustrie daran hindern, eine neue Generation von jungen Rauchern in Europa anzuwerben. Nachdem nun die großen Tabakunternehmen vor dem EuGH verloren haben, sollen die Mitgliedstaaten, die die Richtlinie noch nicht vollständig umgesetzt haben, dies rasch erledigen."