EU-Flüchtlingskrise: Zahlen und Fakten 

 
 

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Statistiken zeigen das Ausmaß der Flüchtlingskrise in Europa. Hier finden Sie die neuesten Zahlen und Fakten.

Die Ankunft von über einer Million Asylbewerbern und Migranten in Europa im Jahr 2015 hat Schwächen im Asylsystem der EU aufgezeigt. Das Parlament hat an Vorschlägen für eine gerechtere und wirksamere europäische Asylpolitik gearbeitet.

Auf dieser Seite finden Sie alle wichtigen Informationen, Begriffsbestimmungen und Daten zur Flüchtlings- und Migrationskrise in Europa.


Flüchtlinge und Asylsuchende - Eine Begriffsbestimmung

Asylsuchende sind Menschen, die in einem anderen Land einen formalen Asylantrag stellen, da sie in ihrem Herkunftsland um ihr Leben fürchten müssen.

Flüchtlinge sind Menschen mit einer begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, politischen Überzeugung oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe, die als solche im Aufnahmeland anerkannt und aufgenommen worden sind. Die EU-Anerkennungsrichtlinie legt Normen für die Gewährung des internationalen Schutzes fest.

Derzeit müssen Drittstaatsangehörige in dem Mitgliedstaat um Schutz ansuchen, in dem sie zum ersten Mal EU-Boden betreten. Durch die Antragstellung werden sie zu Asylbewerbern (Asylsuchenden). Erst durch den positiven Entscheid der nationalen Behörden erhalten sie den Flüchtlingsstatus oder eine andere Form des internationalen Schutzes.


Asylentscheidungen in der EU

Im Jahr 2017 wurden 728 470 Anträge auf internationalen Schutz in der EU gestellt. Dies entspricht einem Rückgang von 44 Prozent im Vergleich zu 2016, als es fast 1,3 Millionen Anträge gab.

Im Jahr 2017 gewährten die EU-Länder mehr als 538 000 Menschen Schutz, was einem Rückgang um fast 25 Prozent gegenüber 2016 entspricht. Die größte Gruppe von Personen, denen im Jahr 2017 in der EU der Schutzstatus zuerkannt wurde, waren Staatsangehörige Syriens (fast ein Drittel der Schutzberechtigten), darauf folgten Staatsangehörige Afghanistans und des Irak. Von den 175 800 syrischen Staatsangehörigen, denen in der EU der Schutzstatus zuerkannt wurde, erhielten mehr als 70 Prozent den Schutzstatus in Deutschland.

Lage im Mittelmeer

Die europäische Grenz- und Küstenwache sammelt Daten über die illegalen Grenzübertritte an den EU-Außengrenzen, die von den nationalen Behörden gezählt werden. In den Jahren 2015 und 2016 sind über 2,3 Millionen illegale Grenzübertritte festgestellt worden. Im Jahr 2017 sank die Gesamtzahl der illegalen Grenzübertritte auf 204 700, den niedrigsten Stand seit vier Jahren. 

Da eine Person eine Grenze mehr als einmal überschreiten kann, fällt die Zahl der Personen, die nach Europa gekommen sind, niedriger aus. Dennoch standen die Mitgliedstaaten unter enormem Druck.

Im Jahr 2017 ist 439 505 Personen an den EU-Außengrenzen die Einreise verweigert worden.

2018 haben bisher über 43 000 Menschen ihr Leben bei dem Versuch, auf dem Seeweg nach Europa zu gelangen, riskiert (Stand vom 26.6.2018) und vermutlich über 1 000 Menschen sind ertrunken.


172 300 Menschen erreichten Europa im Jahr 2017 über das Meer (weniger als die Hälfte als 2016). 2017 verloren 3 139 Menschen ihr Leben auf der Überfahrt, verglichen mit 5 096 im Jahr 2016.

Flüchtlinge in Ungarn ©UNHCR/Mark Henley 

Illegal aufhältige Migranten

Im Jahr 2015 sind in der EU 2,2 Millionen Drittstaatsangehörige als "illegal aufhältig" aufgegriffen worden. Bis 2017 sank die Zahl auf knapp über 600 000. "Illegal aufhältig zu sein" kann bedeuten, dass sich eine Person nicht ordnungsgemäß registriert oder den Mitgliedstaat, der für die Prüfung ihres Asylantrags zuständig ist, verlassen hat. Das ist an sich aber kein Grund, um die Person aus der EU auszuweisen.


Was denken die Europäer über Migration?

Die Bewältigung der Migration ist eine Priorität der EU. Verschiedene Maßnahmen sind gesetzt worden, um die Krise zu bewältigen und das Asylsystem zu verbessern. Laut einer Eurobarometer-Umfrage, die im Mai 2018 veröffentlicht worden ist, sind 72 Prozent der Unionsbürger jedoch der Ansicht, dass die EU hier noch stärker tätig werden solle.

Die Europäische Union hat ihre Mittel für die Migrations-, Asyl- und Integrationspolitik infolge des Anstiegs von Asylbewerbern im Jahr 2015 erheblich aufgestockt. In den bevorstehenden Verhandlungen über den EU-Haushalt für die Zeit nach 2020 wird das Parlament zusätzliche Mittel für die Migration fordern.

Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks mussten sich im Jahr 2017 pro Tag durchschnittlich 44 000 Menschen auf die Flucht begeben. Die Länder, die die meisten Flüchtlingen beherbergen, sind die Türkei, Pakistan, Uganda, der Libanon, der Iran und Deutschland. 85 Prozent aller Flüchtlinge weltweit sind in Entwicklungsländern untergebracht.