Migration nach Europa 

 
 

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Afghanische Migranten bei ihrer Ankunft auf der Insel Lesbos, Griechenland.©UNHCR/Achilleas Zavallis 

Migration schafft Herausforderungen und Chancen für Europa. Wie die EU mit der Flüchtlings- und Migrationskrise und den Themen Einwanderung und Asyl umgeht, erfahren Sie hier.

Die Zunahme der Migration nach Europa erfordert in verschiedenen Bereichen europäische Antworten. Dazu zählen zum einen Maßnahmen und Rechtsvorschriften für den Umgang mit legaler und illegaler Einwanderung und zum zweiten gemeinsame EU-weite Asylregeln. Die Flüchtlings- und Migrationskrise der jüngsten Vergangenheit hat auch gezeigt, dass zusätzliche Reformen und Schritte nötig sind, um die Grenzsicherheit und eine gerechtere Verteilung der Asylsuchenden auf die EU-Mitgliedstaaten sicherzustellen.


Einwanderungspolitik der EU

Die Einwanderungspolitik der EU befasst sich mit legaler und illegaler Einwanderung. Was die legale Einwanderung betrifft, entscheidet die EU über die Bedingungen für die Einreise und den legalen Aufenthalt von Drittstaatsangehörigen. Die Mitgliedstaaten haben weiterhin das Recht festzulegen, wie viele Menschen aus Drittstaaten in ihr Hoheitsgebiet einreisen dürfen, um dort Arbeit zu suchen. 

Die EU versucht, illegale Einwanderung unter Achtung der Grundrechte, vor allem durch eine wirksame Rückführungspolitik, zu verhindern bzw. verringern.

Beim Thema Integration ist keine Harmonisierung der nationalen Gesetze und Vorschriften vorgesehen. Die EU kann jedoch, vor allem auf finanzieller Ebene, eine unterstützende Rolle ausüben.

Das Europäische Parlament ist aktiv an der Verabschiedung neuer Rechtsvorschriften für den Umgang mit legaler und illegaler Einwanderung beteiligt. Seit dem Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon 2009 ist es in diesen Bereichen neben dem Ministerrat, der die Mitgliedstaaten vertritt, gleichberechtigter Mitgesetzgeber.

Weitere Informationen finden Sie in der Kurzdarstellung der EU-Einwanderungspolitik.


Europäische Asylpolitik

Seit 1999 arbeitet die EU an einem Gemeinsamen Europäischen Asylsystem (GEAS) und an der Verbesserung des derzeitigen Rechtsrahmens. Damit das gemeinsame System funktioniert, muss es die folgenden Aspekte umfassen:

  • Einheitliche Regeln für die Gewährung des Flüchtlingsstatus in allen Mitgliedstaaten,
  • Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines Asylantrags zuständig ist,
  • Normen für die Aufnahmebedingungen und
  • Partnerschaften und Kooperation mit Drittstaaten.

Seit 2005 entscheidet das EU-Parlament gleichberechtigt mit dem Ministerrat über Rechtsvorschriften im Bereich Asyl.

Lesen Sie dazu auch unsere Kurzdarstellung der Asylpolitik der EU.


Flüchtlings- und Migrationskrise

Die momentane Flüchtlingskrise ist die schlimmste seit dem Zweiten Weltkrieg. Allein in den Jahren 2015 und 2016 haben mehr als 2,5 Millionen Menschen in der EU um Asyl angesucht. Es wird davon ausgegangen, dass allein im ersten Halbjahr 2017 mehr als 2 250 Menschen ihr Leben bei dem Versuch verloren haben, das Mittelmeer in Richtung Europa zu überqueren (Daten vom 28. Juni 2017). Die EU-Grenzschutzbehörde Frontex zählte in den Jahren 2015 und 2016 mehr als 2,3 Millionen illegale Grenzübertritte.

Die Flüchtlings- und Migrationskrise hat Schwachstellen im derzeitigen System aufgezeigt. Die EU möchte hier mit einer Reform der EU-Asylregeln, einer gerechteren Verteilung der Asylsuchenden auf die EU-Mitgliedstaaten, verschärften EU-Grenzkontrollen und einer besseren Bewältigung der illegalen Einwanderung gegensteuern.

Weitere Informationen zur Flüchtlings- und Migrationskrise in Europa