Jugendarbeitslosigkeit in der EU: Quoten und Lösungen 

 
 

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Diesmal wähle ich, weil zu viele junge Menschen nach wie vor keine Arbeit haben 

Im Zuge der Wirtschaftskrise ist die Jugendarbeitslosigkeit in Europa gestiegen. Lesen Sie hier mehr über die Maßnahmen der EU und die Vorschläge des Parlaments.

Ein erster richtiger Job befähigt junge Menschen, zu unabhängigen und selbstbewussten Bürgerinnen und Bürgern zu werden. Fehlende Zukunftsperspektiven und lange Arbeitslosigkeit bei jungen Menschen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass sie in späteren Jahren erneut arbeitslos werden und schmälern ihre Karriereaussichten. Die erfolglose Suche nach Arbeit und Ausbildungsmöglichkeiten erzeugt bei jungen Menschen Gefühle der Isolation, Abhängigkeit und Nutzlosigkeit. Abgesehen davon ergeben sich negative Auswirkungen auf die Wirtschaft und die alternde Gesellschaft.

Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat die junge Generation besonders hart getroffen und sie dem Risiko sozialer Ausgrenzung ausgesetzt. Die Arbeitslosenquote der 15- bis 24-Jährigen stieg in der EU von 15 Prozent im Jahr 2008 auf 24 Prozent Anfang 2013. Während die Jugendarbeitslosenquoten im Jahr 2013 in Deutschland, Österreich und den Niederlanden nahe bei 10 Prozent lagen, erreichten sie in Griechenland, Spanien, Kroatien, Italien und Portugal wenig bzw. weit über 40 Prozent.

Während die Jugendarbeitslosenquote von einem Spitzenwert von 24 Prozent im Jahr 2013 auf 15,1 Prozent im Mai 2018 gesunken ist und der Anteil der 15- bis 24-Jährigen, die nicht arbeiten oder in Ausbildung sind, von 13,2 Prozent im Jahr 2012 auf 10,9 Prozent im Jahr 2017 gesunken ist, ist sie nach wie vor höher als in der Allgemeinbevölkerung.

Die EU hat eine Reihe von Initiativen zur Verringerung der Jugendarbeitslosigkeit gestartet, und das Europäische Parlament drängt auf mehr Mittel im EU-Haushalt 2019 für Programme wie Erasmus+ und die Jugendbeschäftigungsinitiative.

Initiativen für junge Menschen

Als Maßnahme zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit einigten sich die EU-Mitgliedstaaten 2013 auf die sogenannte Jugendgarantie. Dabei handelt es sich um die EU-weite politische Zusage, dass allen jungen Menschen unter 25 Jahren innerhalb von vier Monaten, nachdem sie arbeitslos geworden sind oder ihre Ausbildung abgeschlossen haben, eine hochwertige Arbeitsstelle oder Weiterbildungsmaßnahme oder ein hochwertiger Ausbildungs- bzw. Praktikumsplatz angeboten wird.

Die Beschäftigungsinitiative für junge Menschen ist das Hauptinstrument der EU, um Aktionen und Programme der Mitgliedstaaten zur Umsetzung der Jugendgarantie finanziell zu unterstützen. Konkret handelt es sich dabei um Ausbildungs- und Unterstützungsmaßnahmen, um jungen Menschen den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern sowie Anreize für Unternehmen, junge Menschen auszubilden und einzustellen. Die Beschäftigungsinitiative zielt dabei ausschließlich auf Regionen mit einer Jugendarbeitslosigkeit von über 25 Prozent ab (Anspruchsberechtigt sind über 120 Regionen in 20 EU-Mitgliedstaaten).

Die Jugendgarantie und die Beschäftigungsinitiative konzentrieren sich auf junge Menschen, die sich weder in Ausbildung noch in Beschäftigung (Not in employment, education or training - NEETs) befinden (einschließlich Langzeitarbeitsloser und nicht als Arbeitssuchende registrierter Personen).

Nach Angaben der Europäischen Kommission haben seit 2014 jedes Jahr mehr als fünf Millionen Jugendliche an Jugendgarantie-Programmen teilgenommen, während die Beschäftigungsinitiative mehr als 1,7 Millionen junge Menschen direkt unterstützt hat.

Um die Ziele der Jugendgarantie zu unterstützen und Qualität und Angebot der Lehrlingsausbildung in Europa zu verbessern, wurde zudem die Plattform "Europäische Ausbildungsallianz" ins Leben gerufen.

Um jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, qualitativ hochwertige Arbeitserfahrungen unter sicheren und fairen Bedingungen zu sammeln und gleichzeitig ihre Beschäftigungsfähigkeit zu verbessern, haben sich die Mitgliedstaaten 2014 auf einen Qualitätsrahmen für Praktika geeinigt.

„Dein erster EURES-Job“ zielt darauf ab, die Arbeitskräftemobilität zu fördern, indem junge Menschen auf Jobmöglichkeiten in anderen EU-Ländern aufmerksam gemacht werden. Auf einer Plattform werden die Lebensläufe junger Arbeitssuchender - im Alter von 18 bis 35 Jahren - aus allen EU-28-Ländern sowie aus Norwegen und Island, die an Berufserfahrung im Ausland interessiert sind, sowie die Stellen- und Praktikumsangebote der Arbeitgeber, die nach jungen Arbeitnehmern suchen, zusammengebracht.

Im September dieses Jahres stimmte das Europäische Parlament für die Festlegung des Rechtsrahmens für das Europäische Solidaritätskorps, das darauf abzielt, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich freiwillig oder in solidarischen Projekten zu engagieren, die Gemeinschaften und Menschen in ganz Europa zugutekommen.