Genitalverstümmelung: 500 000 Frauen in der EU betroffen  

 
 

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Eine halbe Million Frauen in der EU und 200 Millionen Frauen weltweit leben mit den Folgen weiblicher Genitalverstümmelung.

Die weibliche Genitalverstümmelung (FGM) ist eine massive Menschenrechtsverletzung. Dabei werden die äußeren Genitalien teilweise oder ganz entfernt, und dies meist unter katastrophalen hygienischen Bedingungen. In der Regel sind die Mädchen zwischen fünf und acht Jahre alt. Der Eingriff hat keinen medizinischen Nutzen und kann lebenslange schwere physische und psychische Folgen nach sich ziehen. Anlässlich des Internationalen Tages "Null Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung" am 6. Februar rufen die EU-Abgeordneten erneut dazu auf, diese Praxis weltweit zu beenden.

Genitalverstümmelung ist noch immer in manchen Ländern Afrikas, Asiens und des Nahen Ostens verbreitet. Junge Mädchen, die aus diesen Ländern stammen, können aber auch in Europa, wo Genitalverstümmelung als Straftat gilt, dieser Gefahr ausgesetzt sein. Eine halbe Million bereits betroffener Frauen lebt in Europa, und schätzungsweise 180 000 Mädchen und Frauen sind auch hier von Genitalverstümmelung bedroht.

"Kultur, Bräuche, Religion, Tradition oder die sogenannte ‘Ehre’ dürfen nicht als Rechtfertigung für die Gewalt gegen Frauen dienen", betont die Vorsitzende des Ausschusses für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter, Vilija Blinkevičiūtė (S&D) aus Litauen, in unserem Video.

Im Jahr 2013 stellte die EU eine neue Strategie zur Beendigung der weiblichen Genitalverstümmelung vor. Nun wollen die EU-Abgeordneten, dass die Kommission einen Überblick darüber gibt, was bisher unternommen wurde. Am Mittwoch (7.2.) verabschiedete das Parlament eine Entschließung, in der es Maßnahmen zur Sensibilisierung, Präventivmaßnahmen in Flüchtlingsunterkünften sowie höchste Schutzstandards für Asylbewerberinnen aus Gründen der Genitalverstümmelung fordert. Des Weiteren fordern die Abgeordneten eine flexiblere Finanzierung von Basisorganisationen und eine bessere Ausbildung der beteiligten Personen. Sie rufen zudem die Mitgliedstaaten zu mehr Wachsamkeit auf, wenn es darum geht, Fälle von Genitalverstümmelung aufzudecken, zu untersuchen und zu verfolgen. Außerdem sollen die Mitgliedstaaten die Medikalisierung von Genitalverstümmelung ausdrücklich verbieten.

Weitere Informationen finden Sie auch in der Pressemitteilung (EN)