Axel Voss zur Urheberrechtsreform: „Wir wollen die Rechte der Kreativen schützen und stärken“  

 
 

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Berichterstatter Axel Voss (EVP, DE) 

Das EU-Parlament arbeitet an neuen Urheberrechtsvorschriften für das digitale Zeitalter - damit Künstler und Autoren Anerkennung, Vergütung und Schutz erhalten.

Am 12. September haben die Mitglieder des Europäischen Parlaments das Mandat zur Aufnahme der Verhandlungen mit den Mitgliedstaaten über neue harmonisierte Urheberrechtsvorschriften, die eine faire Vergütung der Künstler und Journalisten in der heutigen digitalen Welt sicherstellen sollen, gebilligt. Doch welche Auswirkungen ergeben sich auf das Internet und was bedeutet dies für unsere „Memes“? Der Berichterstatter des Parlaments, Axel Voss (EVP) aus Deutschland, hat unsere Fragen beantwortet.

Wessen Rechte werden durch das neue Gesetz geschützt?

Wir wollen die Rechte der Kreativen schützen und stärken: Autoren, Künstler, Sänger, Songwriter, Journalisten... alle Urheberrechtsinhaber. Sie alle befinden sich in einer misslichen Lage: Ihre Arbeit wird von riesigen Internetplattformen genutzt, die damit viel Geld verdienen. Aber die Rechteinhaber selbst erhalten oft keinen Anteil an diesem Gewinn. Riesige amerikanische Plattformen verdienen Geld, während unsere Kreativen aussterben. Deshalb müssen wir ihre Rechte stärken, indem wir die Plattformen in die Verantwortung nehmen.

Sind Fan-Arbeiten und „Memes“ in Gefahr?

Nein, sie sind keineswegs in Gefahr. Sie fallen wie bisher unter eine Urheberrechtsausnahme des nationalen Rechts. Die Nutzer werden durch diese Reform überhaupt nicht geschädigt. Nur die Plattformen sind verantwortlich.

Was bezweckt Artikel 11 über die digitale Nutzung von Presseveröffentlichungen?

Heutzutage nutzen große Plattformen Presseinhalte, verdienen viel Geld damit und die Verlage bekommen keinen Anteil. Artikel 11 verleiht Presseverlagen ihr eigenes Recht, eine Vergütung verlangen zu können, wenn Plattformen ihre Inhalte nutzen. Hyperlinks und Privatkopien können weiterhin verwendet werden. Sie fallen nicht unter Artikel 11 und können auf jeder Plattform, zum Beispiel Wikipedia, genutzt werden.

Was wird sich für kleine/unabhängige Verlage und Autoren ändern?

Auch sie können von den Plattformen, die ihre Inhalte nutzen, eine Vergütung verlangen. Gerade für kleine Verlage ist dies von größter Bedeutung, da sie sich im Vergleich zu den großen Plattformen in einer sehr schwachen Position befinden.

Ist unser Internet in Gefahr?

Nein, natürlich nicht. Das ist lächerlich. Nichts wird sich ändern außer, dass die Plattformen für Urheberrechtsverletzungen verantwortlich sind.