Die Antworten der EU auf den Klimawandel 

 
 

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Die Bekämpfung des Klimawandels ist eine Priorität des EU-Parlaments. Foto: Ezra Comeau-Jeffrey / Unsplash 

Das EU-Parlament engagiert sich für den Klimaschutz. In unserem Themendossier erfahren Sie mehr dazu.

Erderwärmung begrenzen

Die globalen Durchschnittstemperaturen stiegen im Zuge der industriellen Revolution stark an. Das letzte Jahrzehnt (2008-2017) war das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. 16 der 17 wärmsten Jahre überhaupt traten nach dem Jahr 2000 auf.

Daten des Copernicus-Klimawandeldienstes zeigen, dass das Jahr 2018 außerdem eines der drei wärmsten Jahre in Europa seit Beginn der Aufzeichnungen war. Ein Großteil der Belege deutet darauf hin, dass dies auf den Anstieg der durch den Menschen produzierten Treibhausgasemissionen zurückzuführen ist.

Die globale Durchschnittstemperatur ist heute um 0,85 Grad Celsius höher als zu Ende des 19. Jahrhunderts. Wissenschaftler halten einen Anstieg um 2 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau für einen Schwellenwert mit gefährlichen und katastrophalen Folgen für Klima und Umwelt.

Aus diesem Grund ist sich die internationale Gemeinschaft darüber einig, dass die globale Erwärmung deutlich unter einem Anstieg von 2 Grad Celsius bleiben muss.


Warum ist eine gemeinsame Antwort der EU wichtig?

Nach Angaben der Europäischen Umweltagentur ist die Europäische Union nach China und den USA der drittgrößte Treibhausgasemittent der Welt. 2015 war der Energiesektor für 78 Prozent der Treibhausgasemissionen der EU verantwortlich. 

Gemeinsame Minderungsmaßnahmen sind von entscheidender Bedeutung, da der Klimawandel alle EU-Länder betrifft, wenn auch nicht in gleicher Weise. Der Mittelmeerraum muss mit mehr Hitzeextremen und weniger Regen rechnen, während die Länder des kontinentalen Raums einem höheren Risiko von Flussüberschwemmungen und Waldbränden ausgesetzt sind.

Die Bemühungen der Europäischen Union zahlen sich aus. Im Jahr 2008 setzte sich die EU das Ziel, die Emissionen bis 2020 um 20 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu senken. Und sie ist auf gutem Weg: Das Treibhausgasniveau in der Europäischen Union hatte sich 2015 um 22 Prozent gegenüber dem Wert von 1990 verringert.    

In unserer Infografik erfahren Sie mehr über den Klimawandel in Europa. 

Die EU und die internationale Klimapolitik

Die EU ist ein wichtiger Akteur bei den UN-Klimaverhandlungen. Im Jahr 2015 ratifizierte die Europäische Union das Pariser Klimaabkommen, das erste universelle Abkommen zur Bekämpfung des Klimawandels. Sein Ziel ist, den Klimawandel einzudämmen, indem der Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur auf 1,5 Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Werten gehalten wird.

Im Rahmen des Pariser Klimaabkommens verpflichtete sich die EU dazu, die Treibhausgasemissionen in der EU bis 2030 um mindestens 40 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zu senken.

Die EU leitete verschiedene Maßnahmen ein, um dieses Ziel zu erreichen.


Verringerung der Treibhausgasemissionen

Die EU setzte je nach Sektor unterschiedliche Mechanismen in Gang.

Um die Emissionen von Kraftwerken und der Industrie zu verringern, schuf die EU den ersten größeren Kohlenstoffmarkt. Im Rahmen des Emissionshandelssystems (EU-EHS) müssen Unternehmen Zertifikate zur Emission von CO2 erwerben. Das Prinzip lautet also: Je weniger sie verschmutzen, desto weniger zahlen sie. Dieses System deckt 45 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen der EU ab.

In anderen Sektoren wie Gebäude oder Landwirtschaft wird die Verringerung des Ausstoßes über vereinbarte nationale Emissionsziele erreicht, die auf der Basis des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf der einzelnen Länder errechnet werden.

Was den Straßenverkehr betrifft, wurden im Frühjahr 2019 Rechtsvorschriften zur Senkung der CO2-Emissionen um 37,5 Prozent bei Neuwagen, 31 Prozent bei Vans und 30 Prozent bei neuen Lastkraftwagen bis 2030 vom Europäischen Parlament verabschiedet.

Außerdem will die EU die Fähigkeit von Wäldern, CO2 zu absorbieren, gegen den Klimawandel nutzen. 2017 stimmte das Parlament für eine Verordnung, um Emissionen die sich aus der Abholzung von Wäldern und Landnutzungsänderungen ergeben, zu vermeiden.

Lesen Sie mehr über die Maßnahmen der EU zur Reduktion der Treibhausgasemissionen.

Herausforderungen in der Energieversorgung

Die Europäische Union bekämpft den Klimawandel auch mit ihrer neuen Politik für saubere Energie, die vom Parlament 2018 verabschiedet wurde. Der Hauptschwerpunkt liegt auf der Erhöhung des Anteils der verbrauchten erneuerbaren Energien auf 32 Prozent bis 2030 und Möglichkeiten für Bürger, ihre eigene grüne Energie zu erzeugen.

Weitere Maßnahmen betreffen die Verbesserung der Energieeffizienz mit einem Ziel von 32,5 Prozent bis 2030. Außerdem wurden Rechtsvorschriften zu Gebäuden und Haushaltsgeräten erlassen.

Hier erfahren Sie mehr über saubere Energien in der EU.


EU-Finanzierung für den Klimaschutz

Klimaschutz- und Anpassungsziele sind in die wichtigsten EU-Ausgabenprogramme inkludiert. Die EU einigte sich darauf, mindestens 20 Prozent der EU-Ausgaben von 2014 bis 2020 für den Klimaschutz zu verwenden (einschließlich des Umwelt- und Aktionsprogramms LIFE in Höhe von 3,4 Milliarden Euro).