Neue Regeln für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben 

 
 

Diese Seite teilen: 

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist Thema im EP - ©AP Images/European Union 2018 - EP 

Das EU-Parlament arbeitet an neuen Regeln, die es Eltern und pflegenden Angehörigen ermöglichen sollen, Arbeit und Privatleben besser in Einklang zu bringen.

Anpassbare Arbeitsbedingungen und Urlaub aus familiären Gründen oder zur Pflege helfen berufstätigen Eltern und Personen mit sonstigen Betreuungs- und Pflegepflichten, eine bessere Balance zwischen ihren privaten und beruflichen Interessen zu schaffen und zu vermeiden, dass sie zwischen Familie und Beruf wählen müssen.

Frauen, deren Beschäftigungsquote im Jahr 2017 bei 66,5 Prozent lag (gegenüber 78 Prozent bei Männern), sind aufgrund von Betreuungsaufgaben weitaus häufiger teilzeitbeschäftigt und müssen mit Unterbrechungen ihrer Laufbahn rechnen, was zum geschlechtsspezifischen Lohngefälle und Rentengefälle beiträgt.

Das EU-Parlament hat für die Aufnahme der Verhandlungen über neue EU-Vorschriften für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sein grünes Licht gegeben. Ziel der Regeln ist, der Unterrepräsentation von Frauen im Berufsleben besser zu begegnen, mehr Anreize für Väter zu schaffen, Urlaub aus familiären Gründen zu nehmen, die Gleichstellung der Geschlechter und Chancengleichheit zu fördern und dabei den Strukturen unserer Gesellschaft Rechnung zu tragen.

Die EU-Abgeordneten treten für neue bzw. höhere Mindeststandards bei Elternurlaub, Vaterschaftsurlaub und Pflegeurlaub ein:

  • Recht auf mindestens zehn Arbeitstage bezahlten Vaterschaftsurlaub für Väter oder gleichwertige zweite Elternteile um den Zeitpunkt der Geburt, Totgeburt oder Adoption
  • Individuelles Recht auf vier Monate nicht übertragbaren Elternurlaub, der zu nehmen ist bevor das Kind 10 Jahre alt ist
  • Recht auf bezahlten Pflegeurlaub für Arbeitnehmer im Fall einer schweren Erkrankung oder der Pflegebedürftigkeit eines Angehörigen
  • Die EU-Abgeordneten schlagen vor, dass die Bezahlung oder Vergütung mindestens 78 Prozent (bei Eltern- und Pflegeurlaub) bzw. 80 Prozent des Bruttolohns (bei Vaterschaftsurlaub) entsprechen soll
  • Die EU-Abgeordneten treten auch dafür ein, dass Eltern von anpassbaren Arbeitsmustern (wie Telearbeit) profitieren können sollen

Nächste Schritte:

Parlament, Ministerrat und Kommission werden die Verhandlungen über die neuen EU-Vorschriften im September aufnehmen.