Soziale Dimension der EU: Stärkung des Europäischen Sozialfonds 

 
 

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Der Europäische Sozialfonds soll verbessert werden, um effizienter auf aktuelle Herausforderungen reagieren zu können und so die soziale Dimension der EU zu stärken. Lesen Sie hier mehr.

Das EU-Parlament unterstützte eine Überarbeitung der Regeln zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit und Armut in der EU. In dem Bericht, der vom Parlament am 4. April angenommen wurde, wird vorschlagen, die Finanzierung des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) im langfristigen Haushalt der EU für die Jahre 2021-2027 aufzustocken. Der Schwerpunkt soll dabei auf der Jugendbeschäftigung und Kindern liegen.

Sozial- und Beschäftigungsfragen sind ein vorrangiges Anliegen der EU-Bürger. Das Parlament möchte die soziale Dimension Europas weiter stärken, indem es einen erneuerten vereinfachten Europäischen Sozialfonds unterstützt, den "Europäischen Sozialfonds Plus" (ESF+).

Ziel ist es, zur Schaffung von Vollbeschäftigung beizutragen, die Qualität und Produktivität am Arbeitsplatz zu verbessern, die geografische und berufliche Mobilität von Arbeitnehmern in der EU zu erhöhen, die Bildungs- und Ausbildungssysteme zu verbessern und die soziale Eingliederung und Gesundheit zu fördern.

Was ist der Europäische Sozialfonds? 
  • Europas „ältestes“ Finanzinstrument, um in Menschen zu investieren, die Beschäftigungsmöglichkeiten für Arbeitnehmer zu verbessern und ihren Lebensstandard anzuheben. 
  • Die EU verteilt die ESF-Mittel an die Mitgliedstaaten und Regionen, um operationelle Programme und beschäftigungsbezogene Projekte zu finanzieren:  
  • Wie beispielsweise die Förderung eines arbeitsplatzintensiven Aufschwungs oder die Beseitigung von Bildungslücken, sowie Armut und sozialer Ausgrenzung aufgrund der Wirtschaftskrise. 
  • Begünstigte sind in der Regel Einzelpersonen, wie Arbeitnehmer, Jugendliche, Arbeitssuchende, wirtschaftlich benachteiligte Personen, aber auch Unternehmen und Organisationen. 

Mehr Flexibilität, Einfachheit und Effizienz

Der aktualisierte Europäische Sozialfonds+ würde eine Reihe bestehender Fonds und Programme zusammenführen und deren Ressourcen zusammenlegen:


  • Europäischer Sozialfonds (ESF) und Beschäftigungsinitiative für junge Menschen
  • Europäischer Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen (EHAP)

  • EU-Programm für Beschäftigung und soziale Innovation (EaSI) und

  • EU-Gesundheitsprogramm

Dies würde eine stärker integrierte und gezielte Unterstützung bei sozialen und arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen ermöglichen. Beispielsweise würden von Armut betroffene Menschen in den Sozialfonds Plus integriert, um eine bessere Mischung aus materieller Hilfe und umfassender sozialer Unterstützung zu erhalten.

Der Fonds soll flexibler sein und einfachere Regeln sollen den Zugang zu Finanzmitteln erleichtern.

Junge Menschen und Kinder haben Priorität

Der ESF+ soll in drei Hauptbereiche investieren:

  • die allgemeine und berufliche Bildung und das lebenslange Lernen,
  • die Wirksamkeit der Arbeitsmärkte und den gleichberechtigten Zugang zu hochwertigen Arbeitsplätzen,
  • sowie die soziale Eingliederung, die Gesundheit und die Bekämpfung der Armut.

Die Abgeordneten wollen sicherstellen, dass der ESF+ weiterhin die Jugendbeschäftigung (mit besonderem Schwerpunkt auf nicht erwerbstätigen Jugendlichen) und diejenigen, die vom Arbeitsmarkt „am weitesten entfernt“ sind, unterstützt. Der Fonds soll außerdem auf Maßnahmen zur Umsetzung der Europäischen Kindergarantie setzen, um so zur Chancengleichheit von Kindern und dem Zugang zu kostenloser Bildung beizutragen.

Unterstützung von Gesundheit und sozialer Innovation

Der ESF+-Fonds würde auch den sozialen Fortschritt und die geografische Mobilität von Arbeitskräften unterstützen.

Der Gesundheitsbereich des ESF+ soll die digitale Transformation von Gesundheit und Pflege, Investitionen in Frühdiagnose und Screening unterstützen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, beispielsweise bei seltenen und komplexen Krankheiten, verbessern.

Nächste Schritte

Die Regeln werden mit dem Rat in der kommenden Wahlperiode verhandelt werden.


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