Sichere Straßen: Neue EU-Maßnahmen zur Verringerung von Autounfällen  

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Neue Maßnahmen zur Verbesserung der Straßenverkehrssicherheit. ©AP images/European Union-EP  

Das Parlament stimmte am 16. April über Maßnahmen zur Verbesserung der Straßenverkehrssicherheit ab. Die Regeln würden diverse Sicherheitseinrichtungen in Neuwagen verbindlich vorschreiben.

Mit durchschnittlich 49 Verkehrstoten pro einer Million Einwohner, gegenüber 174 Todesopfern pro einer Million Einwohner weltweit sind die Straßen der EU die sichersten der Welt. Die Zahl der Verkehrstoten hat sich in der EU in den letzten zwei Jahrzehnten mehr als halbiert, aber die jüngsten Zahlen zeigen, dass der Rückgang der Sterblichkeitsrate stagniert und dass weitere Anstrengungen erforderlich sind, um die Straßenverkehrssicherheit zu verbessern und Leben zu retten.

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Die neue Vorschriften werden fortschrittliche Sicherheitsausrüstungen in allen neuen Straßenfahrzeugen, die auf dem EU-Markt verkauft werden, verbindlich einführen. Sie werden voraussichtlich ab Mai 2022 für neue Modelle und ab Mai 2024 für bestehende Modelle gelten. Die Regeln zielen auch darauf ab, die bestehenden Rechtsvorschriften anzupassen, um den technologischen Entwicklungen und sozialen Trends wie einer alternden Bevölkerung, sowie neuen Ursachen für die Ablenkung von Fahrern (insbesondere der Verwendung elektronischer Geräte während der Fahrt) und der zunehmenden Zahl von Fahrradfahrern und Fußgängern auf EU-Straßen Rechnung zu tragen.

Was soll sich ändern?

Alle neuen Fahrzeuge müssen mit rund 30 lebensrettenden Technologien ausgestattet sein. Dazu zählen:


  • Intelligenter Geschwindigkeitsassistent, um den Fahrer auf eine Überschreitung der Geschwindigkeitsbegrenzung aufmerksam zu machen
  • Müdigkeitserkennung und Aufmerksamkeitswarnung
  • Fortgeschrittene Fahrerablenkungswarnung, um zu helfen, sich auf die Verkehrssituation zu konzentrieren
  • Notbremslicht in Form eines Lichts, um den Verkehrsteilnehmern hinter dem Fahrzeug anzuzeigen, dass der Fahrer plötzlich abbremst
  • Erkennung beim Rückwärtsfahren zur Vermeidung von Kollisionen mit Personen und Gegenständen hinter dem Fahrzeug mit Hilfe einer Kamera oder eines Monitors
  • Reifendrucküberwachungssystem, das den Fahrer warnt, wenn ein Druckverlust auftritt
  • Vorrichtung zum Einbau einer alkoholempfindlichen Wegfahrsperre 
  • Ereignisdatenschreiber zur Erfassung relevanter Daten kurz vor, während und unmittelbar nach einem Verkehrsunfall.

Für PKWs und leichte Nutzfahrzeuge werden zukünftig auch ein Notbremsassistenzsystem vorgeschrieben (bereits für Lastwägen und Busse obligatorisch) sowie ein Notfallspurhaltesystem. LKWs und Busse müssen mit direkten Sichtfunktionen, die es dem Fahrer ermöglichen, ungeschützte Verkehrsteilnehmer zu sehen, sowie mit Alarmsystemen, die die Anwesenheit von Radfahrern und Fußgängern in unmittelbarer Nähe des Fahrzeugs erkennen, ausgestattet sein.

Obligatorische Sicherheitseinrichtungen könnten die Zahl der Verkehrstoten drastisch reduzieren, da menschliches Versagen an etwa 95 Prozent aller Straßenverkehrsunfälle beteiligt ist.

Nächste Schritte

Die Vorschriften müssen noch vom Rat angenommen werden, um in Kraft treten zu können.