Kanadas Premierminister Justin Trudeau im EU-Parlament 

 
 

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Der kanadische Premierminister Justin Trudeau sprach vor den EU-Abgeordneten 

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau hielt am Donnerstag (16.2.) eine Rede vor den EU-Abgeordneten in Straßburg. Am Vortag hatte das Parlament das "umfassende Wirtschafts- und Handelsabkommen zwischen der EU und Kanada" (CETA) gebilligt. "Bei CETA geht es nicht nur um Handel, Importe, Exporte und Gewinne, sondern darum, das Leben der Menschen zu verbessern", sagte Kanadas Premier. Justin Trudeau ist der erste kanadische Premierminister, der vor dem Plenum gesprochen hat.

Der Präsident des EU-Parlaments, Antonio Tajani, hieß den Premierminister Kanadas willkommen. "Kanada und Europa teilen gemeinsame Sprachen, sind durch langjährige Freundschaft verbunden und haben eine gemeinsame Vision für die Zukunft. Wir teilen die gleiche Vision einer offenen Welt und die Überzeugung, dass wir zusammenarbeiten müssen, um auf die Probleme unserer Bürger konkrete Antworten zu liefern", so Tajani.


Die EU-Abgeordneten hatten am Vortag (15.2.) ihre Zustimmung zum "umfassenden Wirtschafts- und Handelsabkommen zwischen der EU und Kanada" (CETA) erteilt.


"Handel muss den Menschen dienen"


Im Hinblick auf Bedenken, dass internationale Handelsabkommen vorwiegend multinationalen Konzernen dienen und sich negativ auf Arbeitsplätze auswirken könnten, sagte Trudeau: "Handel muss den Menschen dienen." Er führte weiters an: "Wir leben in einer Zeit, in der viele Menschen besorgt sind, dass das derzeitige System nur wenigen Glücklichen zugute komme. Und ihre Bedenken sind berechtigt." Diesen Bedenken könne nur begegnet werden, indem "wir sicherstellen, dass jeder davon profitiert. Und CETA bewirkt genau das", so der kanadische Premierminister.


CETA: Blaupause für künftige Handelsabkommen?


Der kanadische Premierminister unterstrich: "Bei CETA geht es nicht nur um Handel, Importe, Exporte und Gewinne, sondern darum, das Leben der Menschen zu verbessern." Es handle sich bei CETA um einen umfassenden Aktionsplan, um die wirtschaftliche und verantwortungsvolle Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Ländern sicherzustellen.


Durch CETA werde es leichter, Geschäfte zu machen und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Zudem werde sichergestellt, dass die Regierungen auch weiterhin ihre Bürger, die Umwelt, die Lebensmittelsicherheit und gute Praktiken in puncto Investitionen schützen könnten, so Trudeau.


"Mit CETA haben wir gemeinsam etwas geschaffen. Etwas Wichtiges. Gerade auch in diesem für Ihren und meinen Kontinent so wichtigen Moment", sagte Trudeau. "Wenn wir erfolgreich sind, dann wird CETA die Blaupause für alle künftigen, ehrgeizigen Handelsabkommen sein. Sind wir es nicht, dann könnte es sich hier auch um eines der letzten Abkommen handeln", fügte er hinzu.


EU-Kanada: Verbunden durch gemeinsame Werte


Der kanadische Premier pries die Beziehung seines Landes zur EU und charakterisierte sie "als natürliche Beziehung, die auf vielen Gemeinsamkeiten beruhe". In diesen Zeiten sei es nötig, "in der internationalen Wirtschaft eine Führungsposition einzunehmen, um nicht zum Opfer ihrer Launen zu werden", so Trudeau.


Die Europäische Union: Ein beispielloses Vorbild der friedlichen Zusammenarbeit


Die Europäische Union sei eine "wahrhaft bemerkenswerte Errungenschaft und ein beispielloses Vorbild für die friedliche Kooperation". Justin Trudeau hob hervor: "Die EU ist ein wichtiger Akteur bei der Bewältigung der Herausforderungen, denen wir als internationale Gemeinschaft gemeinsam gegenüberstehen. Die ganze Welt profitiert von einer starken EU."