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Rentenreformen sollten Nachhaltigkeit und angemessenes Einkommen berücksichtigen

Plenartagung Pressemitteilung - Beschäftigungspolitik16-02-2011 - 12:43
 

Die EU-Mitgliedstaaten müssen handeln, um zu gewährleisten, dass die Rentensysteme der wachsenden Zahl europäischer Rentner trotz der Wirtschaftskrise eine nachhaltige und angemessene Rente bieten können, so in einer am Mittwoch angenommenen Resolution des Europäischen Parlaments. Angegangen werden müssen zudem die Übertragbarkeit von Renten sowie die Ungleichheiten, mit den Frauen und ältere Arbeitnehmer konfrontiert sind, finden die Abgeordneten.


"Während derzeit jeder Person über 65 vier Personen im erwerbsfähigen Alter gegenüberstehen, wird diese Relation bis 2060 auf eins zu zwei sinken", heißt es in einem Grünbuch der Europäischen Kommission, auf das sich die Resolution des Europäischen Parlaments bezieht.


Die niederländische Berichterstatterin Ria Oomen-Ruijten (EVP) sagte, dass "obgleich die Mitgliedstaaten eine führende Rolle einnehmen, gibt es Aspekte, in denen die Koordinierung auf europäischer Ebene wichtig ist. Die Alterung der Bevölkerung hat eine große Auswirkung, zumal nicht alle Mitgliedstaaten für ihre Renten Mittel zurückgelegt haben. Dies könnte zu enormen Kosten führen, die auf den Stabilitäts- und Wachstumspakt Konsequenzen haben werden. Die Aufsichtsbehörde sollte die Rentensysteme zu überwachen und einige Mitgliedstaaten müssen ermutigt werden, für ein sicheres und angemessenes Rentensystem zu sorgen.


Wirtschaftlicher Druck


Die Zuständigkeit für Renten obliegt den Mitgliedstaaten. Sie bewerten neu oder reformieren ihre Rentensysteme vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation und der Alterung der Bevölkerung. Die Abgeordneten fordern die EU-Länder auf, "stabile, zuverlässige und nachhaltige" Rentensysteme sowie ein angemessenes Rentenniveau zur Bekämpfung von Altersarmut beizubehalten. Die Europaparlamentarier fügen jedoch hinzu, dass bevor Änderungen vorgenommen werden, eine sachgemäße Beratung erfolgen sollte.


Übertragbare Renten


In der Regel arbeiten Europäer während ihrer Karriere für mehrere Arbeitgeber. Zudem verbringen viele lange Zeiten in verschiedenen EU-Ländern. Die EU-Abgeordneten wollen, dass EU und Mitgliedstaaten Hindernisse für die innerstaatliche und grenzüberschreitende Mobilität beseitigt und Schwierigkeiten der Rentenübertragung innerhalb und zwischen EU-Mitgliedstaaten angegangen werden. Beispielsweise sollten für die Altersvorsorge keine langen Beitragszeiten notwendig sein, um gültig zu sein, so die Abgeordneten.


Ältere Arbeitnehmer


Die EU-Abgeordneten stellen große Unterschiede zwischen dem gesetzlichen Renteneintrittsalter (das in einigen Ländern überprüft wird) und dem effektiven Ausscheiden der älteren Arbeitnehmer aus dem Erwerbsleben. Ältere Arbeitnehmer würden von einer besseren Anpassung der Arbeitsplätze und -bedingungen sowie einem verbesserten Kündigungsschutz profitieren.


Die Ungleichheit der Geschlechter


Die Abgeordneten wollen mehr Nachdruck im Bezug auf die Gleichstellung der Geschlechter. Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt spiegeln sich in niedrigeren Renten für Frauen wider, die mit einem hohen Risiko für Altersarmut konfrontiert sind. Im Durchschnitt werden Frauen für gleichwertige Arbeit schlechter bezahlt als Männer. Sie arbeiten auch häufiger in Teilzeit und lassen sich auf längere Unterbrechungen der Berufstätigkeit ein, um für die Familie zu sorgen. Die Abgeordneten fordern die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, die Ungleichheit anzugehen und diese Faktoren bei der Altersversorgung zu berücksichtigen.



Die Resolution wurde im Plenum mit 535 Ja-Stimmen gegen 85 Ablehnungen und 57 Enthaltungen angenommen.

REF : 20110215IPR13738
 
 
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