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Schweinegrippe: bessere Koordinierung, Unabhängigkeit und Transparenz notwendig

Plenartagung Pressemitteilung - Gesundheitswesen08-03-2011 - 13:00
 

Das Parlament hat heute eine Entschließung angenommen, in der es sich kritisch mit dem Umgang in der EU mit der H1N1-Grippe-Epidemie im Zeitraum 2009 – 2010 auseinandersetzt. Die Abgeordneten befassen sich unter anderem mit den Ausgaben für die Impfprogramme und die Risiken die es gab. Vorschläge für künftiges Handeln beinhalten Gruppeneinkäufe von Impfstoffen und Schutzvorkehrungen vor Interessenkonflikten.


Gemäß den Ende April 2010 vom Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) übermittelten Zahlen hat die H1N1-Grippe des im Jahre 2009 insgesamt 2900 Todesopfer gefordert. Die Todesopfer einer saisonalen Grippe belaufen sich in einem gemäßigten Jahr auf 40 000, in einem besonders schweren Jahr auf 220 000.


Impfprogramme
Die Antworten der Mitgliedstaaten variierten von weitgefassten Impfprogrammen bis hin zu gar keinen, beispielsweise in Polen. Insgesamt wurden Milliarden von Euro ausgegeben. Die Abgeordneten fordern eine Bewertung der Impfstrategien  und der Präventionspläne und fordern künftig eine bessere Koordinierung zwischen den Mitgliedstaaten.


Unabhängigkeit und Transparenz
Das Parlament betont, dass es eine größere Unabhängigkeit bei der Bewertung der Situation und der Kommunikation geben muss und fordert Schutzvorkehrungen um eventuelle Interessenskonflikte zu vermeiden. Interessenerklärungen von allen Fachleuten, die die europäischen Gesundheitsbehörden beraten, sollten veröffentlicht werden. Auch weist es darauf hin, dass gemäß den geltenden EU-Rechtsvorschriften der Hersteller (und nicht der Mitgliedstaat) die Verantwortung für die Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit eines Arzneimittels im Rahmen der genehmigten Indikationen trägt.


Weltgesundheitsorganisation und EU
Das Parlament legt der WHO dringend nahe, die Definition von Pandemie dahingehend zu überprüfen, dass neben dem Kriterium ihrer geografischen Ausbreitung auch das ihrer Gefährlichkeit berücksichtigt wird. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Bekämpfung von Seuchen (ECDC) sollte seine Befugnisse als unabhängige Einrichtung wahrnehmen und angemessene Mittel erhalten, um die Schwere einer Infektionsgefahr zu bewerten und entsprechende Informationen weiterzugeben.


Information der Bürger
Die Abgeordneten fordern eine widerspruchsfreie Kommunikation der Mitgliedstaaten mit ihren Bürgern. Kommission und Mitgliedstaaten sollen bessere Impf- und Kommunikationsstrategien entwickeln, um das Vertrauen in die Maßnahmen im Rahmen des Gesundheitswesens zur Vorbereitung auf und Vorbeugung von Pandemien zu stärken

REF : 20110308IPR15032
 
 
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