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EU-Abgeordnete stellen Bedingungen für den Einsatz von Ganzkörperscannern

Andere Artikel - Verkehr06-07-2011 - 16:31
 

Die Einführung von Ganzkörperscannern für Sicherheitschecks an Flughäfen ist umstritten. Die Scanner verletzen die Privatsphäre und Menschenwürde von Passagieren, sagen Kritiker. EU-Abgeordnete haben dem Einsatz von Ganzkörperscanner nun zugestimmt, drängen aber auf den besseren Schutz von Privatsphäre und Gesundheit der Passagiere.


Noch sind Ganzkörperscanner in der EU nicht für Sicherheitschecks an Flughäfen zugelassenen. Die EU-Kommission will diesen Sommer neue Regelungen vorschlagen, um dies zu ändern. Die EU-Abgeordneten einigten sich jetzt auf eine gemeinsame Position basierend auf dem Bericht des spanischen Abgeordneten Luis de Grandes Pascual von der Europäischen Volkspartei.


Bislang werden die Ganzkörperscanner nur in der EU nur von Großbritannien und den Niederlanden eingesetzt. Deutschland, Italien, Frankreich und Finnland haben die Geräte aber bereits getestet.


Es gibt verschiedene technische Ausführungen: Manche Geräte arbeiten mit Röntgenstrahlen, andere mit Terahertzstrahlung, auch Millimeterwellen genannt. Körperscanner können Plastiksprengstoff und -waffen oder auch Flüssigsprengstoff besser erkennen als die derzeit üblichen Metalldetektoren. Allerdings weisen Kritiker auf Probleme für die Privatsphäre und Gesundheit der Passagiere hin.


Die EU-Abgeordneten stimmen dem Einsatz von Ganzkörperscannern unter bestimmten Auflagen zu  ©BELGA/DPA/A.WARMUTH   Die EU-Abgeordneten stimmen dem Einsatz von Ganzkörperscannern unter bestimmten Auflagen zu ©BELGA/DPA/A.WARMUTH

Die EU-Abgeordneten fordern nun folgende Bedingungen für die Nutzung der Scanner:


  • Sie dürfen keine Gesundheitsrisiken für die Passagiere bergen. Scanner mit Röntgenstrahlung sollen verboten werden.

  • Menschenwürde, Privatsphäre und persönliche Daten der Passagiere müssen geschützt werden. Die Geräte sollen keine detaillierten Bilder der Passagiere produzieren und speichern, sondern nur Piktogramme.

  • Passagiere sollen entscheiden dürfen, ob sie sich scannen lassen oder sich etwa durchsuchen lassen.


Letztlich soll es den Mitgliedstaaten überlassen bleiben, ob sie Ganzkörperscanner einführen. Führen sie neue Kontrollen ein, müssten sie Personal und Ausrüstung aufstocken, um längere Wartezeiten zu vermeiden. Die Kosten dafür dürften aber nicht an die Passagiere weitergegeben werden.



Der Berichterstatter de Grandes Pascual ist optimistisch: "Ich glaube, dass die Menschen bereit sind, ein wenig von ihrer Privatsphäre für mehr Sicherheit aufzugeben. Die Technologie wird nur Daten auf dem Bildschirm erzeugen, die Bilder werden nicht gespeichert."

REF : 20110520STO19907