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Aktivisten des Arabischen Frühlings gewinnen den Sacharow-Preis 2011

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Bilder von den Demonstrationen in Ägypten, Libyen, Syrien und Tunesien ©BELGA   Bilder von den Demonstrationen in Ägypten, Libyen, Syrien und Tunesien ©BELGA

Das Europäische Parlament vergibt den Sacharow-Preis für geistige Freiheit an fünf Vertreter der arabischen Länder in Anerkennung und zur Unterstützung ihres Kampfes für Freiheit und Menschenrechte. Präsident Jerzy Buzek wird den Gewinnern den Preis am 14. Dezember in Straßburg während der regulären Plenarsitzung überreichen.


Der Sacharow-Preis des Parlaments 2011 geht an Asmaa Mahfouz (Ägypten),  Ahmed al-Zubair Ahmed al-Sanusi (Libyen), Razan Zaitouneh (Syrien), Ali Farzat (Syrien) und posthum an Mohamed Bouazizi (Tunesien), die den Belangen der arabischen Bevölkerung Ausdruck verliehen haben. Die Gruppe wurde gemeinsam von den Abgeordneten der Europäischen Volkspartei (EVP), der Sozialdemokraten (S&D), der Liberalen (ALDE) und der Grünen nominiert.


Nach der gemeinsamen Entscheidung der Konferenz der Parlamentspräsidenten und Fraktionsvorsitzenden am Donnerstagmorgen betonte Präsident Buzek: "Diese Menschen haben zu historischen Veränderungen in der arabischen Welt beigetragen und dieser Preis bestärkt die Solidarität und die starke Unterstützung des Parlaments für ihren Kampf um Freiheit, Demokratie und Beendigung autoritärer Regimes". Er fügte hinzu, der Preis sei "ein Symbol für all diejenigen, die sich in der arabischen Welt und darüber hinaus für Würde, Demokratie und Grundrechte einsetzen."


Asmaa Mahfouz


Asmaa Mahfouz schloß sich 2008 der Jugendbewegung des 6. April an und half Streiks für demokratische Grundrechte zu organisieren. Mahfouz wurde von der anhaltenden Verfolgung von Journalisten durch das Regime von Hosni Mubarak und der tunesischen Freiheitsbewegung angespornt, ihre eigenen Proteste zu organisieren.
Ihre Videos auf YouTube und Posts auf Facebook und Twitter haben die ägyptische Bevölkerung darin unterstützt, ihre Rechte auf dem Tahrir-Platz einzufordern. Nach der Verhaftung durch den Militärrat wurde sie durch Druck auf die Regierung von prominenten Aktivisten gegen Kaution frei gelassen


Ahmed al-Zubair Ahmed al-Sanusi


Ahmed al-Sanusi, bekannt als der am längsten inhaftierte politische Gefangene, saß nach einem Putschversuch gegen Muammar al Gaddafi 31 Jahre lang in libyschen Gefängnissen ein. Momentan ist er Mitglied des nationalen Übergangsrates und arbeitet an "Freiheit und einer Aufholjagd, die Menschheit einzuholen" und demokratische Werte in Libyen nach Gaddafi zu etablieren.


Razan Zaitouneh


Die 34-jährige Anwältin für Menschenrechte hat das Syrian Human Rights Information Link Blog (SHRIL) gegründet, das über gegenwärtige Grausamkeiten in Syrien berichtet. Damit machte Zaitouneh Menschenrechtsverletzungen und Morde öffentlich, die von der Syrischen Armee und Polizei verübt wurden. Ihre Posts sind zu einer wichtigen Informationsquelle für internationale Medien geworden. Zurzeit muss sie sich vor den Behörden verstecken, die sie als Spionin angeklagt haben und ihren Mann und jüngeren Bruder verhaftet haben.


Ali Farzat


Der politische Satiriker aus Syrien ist ein bekannter Kritiker des syrischen Regimes und des Präsidenten Bashar al-Assad. Seit den Aufstände im März diesen Jahres wurde auch Farzad mit seinen Karikaturen expliziter. In seinen Karikaturen zieht er die Regierung unter al-Assad ins Lächerliche und spielt damit eine zentrale Rolle in der syrischen Revolte. Im August dieses Jahres wurde er von syrischen Sicherheitskräften zusammengeschlagen. Sie brachen ihm "zur Warnung" beide Hände und beschlagnahmten seine Zeichnungen.


Mohamed Bouazizi


Mohmaed Bouazizi, ein tunesischer Markthändler, zündete sich als Zeichen des Protests gegen die tägliche Erniedrigung und Belästigung der Behörden selbst an. Öffentliches Mitgefühl und Wut darüber endeten im Sturz des tunesischen Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali. Bouazizis Selbstverbrennung löste zudem Aufstände aus und führte zu einem entscheidenden Wandel in anderen arabischen Ländern wie Ägypten und Libyen, besser bekannt als der "Arabische Frühling".


Der Sacharow-Preis für geistige Freiheit
 
Der Sacharow-Preis für geistige Freiheit, benannt nach dem sowjetischen Physiker und Menschenrechtsaktivisten Andrei Sacharow, wird seit 1988 jedes Jahr vom Europäischen Parlament an Individuen oder Gruppen verliehen, die einen wichtigen Beitrag zum Kampf für Menschenrechte und Demokratie geleistet haben. Das Preisgeld beträgt 50,000 Euro.


Die weiteren Finalisten in diesem Jahr waren der weißrussischer Bürgerrechtler und Journalist Dzmitry Bandarenka und die kolumbianische Friedensgemeinde San José de Apartadó.

REF : 20111021STO30027