Startseite aufrufen (Eingabetaste drücken)
Zugang zu den Inhalten der Seite (mit der Eingabetaste bestätigen)
Liste der anderen Websites aufrufen (Eingabetaste drücken)

In Richtung einer gemeinsamen europäischen Energieaußenpolitik

Andere Artikel - Außenhandel/internationaler Handel / Energie07-06-2012 - 17:54
 
Edit Herczog: "Wer in der EU ist und sich einen Wettbewerbsvorteil auf Kosten anderer verschafft, handelt schlicht unfair."   Edit Herczog: "Wer in der EU ist und sich einen Wettbewerbsvorteil auf Kosten anderer verschafft, handelt schlicht unfair."

Um eine verlässliche Energieversorgung und angemessene Preise zu sichern, müssen die EU-Mitgliedsstaaten gemeinsam mit Energielieferanten außerhalb der EU verhandeln, sagt die Sozialdemokratin Edit Herczog aus Ungarn. Vor der Plenartagung nächste Woche sprach sie mit uns über ihre Vorschläge für eine bessere Kooperation mit Energielieferanten.


Wie lässt sich eine gemeinsame Energiepolitik für alle EU-Staaten formulieren?


Ein besserer Informationsaustausch ist zwingend erforderlich. Große Energieanbieter kennen die unterschiedlichen Verbrauchsdaten aus den einzelnen europäischen Staaten. Wir haben jedoch keinerlei Informationen darüber.


Bessere Daten würden unsere Position im internationalen Beschaffungsmarkt stärken. Wir brauchen neue Gesetze für die Weitergabe dieser vertraulichen Informationen sowie den Umgang damit.


Wie könnte das in der Praxis aussehen?


Wir sprechen hier über einen Informationsaustausch auf politischer Ebene. Wann immer Energieminister im Rat zusammenkommen, sollten sie die außenpolitischen Dimensionen der europäischen Energiepolitik in Anwesenheit des zuständigen Kommissars Günther Oettinger und der Hohen Vertreterin für Außenpolitik Catherine Ashton erörtern. Die europäischen Ziele der Energiepolitik sollten besser in die EU-Außenpolitik integriert werden.


Sie wollen, dass kein EU-Staat einen Energievertrag mit Nicht-EU-Staaten abschließt, der einem anderen EU-Staat schaden könnte. Was steckt dahinter?


Wer in der EU ist, einer Wirtschaftsgemeinschaft, und sich einen Wettbewerbsvorteil auf Kosten anderer verschafft, handelt schlicht unfair. Wir möchten auf unseren Stärken aufbauen, nicht auf unseren Schwächen.


Welche alternativen Energierouten sollte die EU unterstützen, um Abhängigkeit von einzelnen Anbietern wie Russland zu vermeiden?


Wir möchten unsere Türen für alle Energiequellen öffnen, auch über die kaspische Region hinaus. Zu diesem Zeitpunkt gibt es zwei konkurrierende Ideen:


Die erste sieht vor, bestehende Gasnetzwerke miteinander zu einer Südosteuropäische Pipeline zu verbinden.  Bei der zweiten Option, Nabucco, geht man davon aus, dass diese Netzwerke schon viel zu alt sind und eine Modernisierung wesentlich komplizierter wäre, als ein Neubau. Es liegt nun an Investoren zu entscheiden, ob sie in die alten Leitungen investieren und diese verbinden oder neue Pipelines bauen und neue Regeln festlegen.


Ich denke, dass die zweite Variante sinnvoller, langfristiger angelegt und wahrscheinlich auch nicht viel teurer ist als die Modernisierung der bestehenden Leitungen. Aber ich bin kein Investor und letztendlich liegt die Entscheidung bei ihnen.

REF : 20120601STO46164