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EU-Abgeordnete gegen bezahlte Spenden von Gewebe und Zellen

Plenartagung Pressemitteilung - Gesundheitswesen11-09-2012 - 16:26
 

Spenden von Gewebe und Zellen sollen freiwillig, unbezahlt und - in den meisten Fällen - anonym sein, heißt es in einer nicht-legislativen Entschließung, die am Dienstag angenommen wurde. Da das Gesundheitswesen zum großen Teil im Zuständigkeitsbereich der Mitgliedstaaten liegt, empfehlen die Abgeordneten den EU-Ländern eine bessere Zusammenarbeit bei grenzüberschreitenden Spenden. Sie erwähnen ebenfalls den für die Medizin möglichen positiven Nutzen von Stammzellen aus Nabelschnurblut.


Die von Marina Yannakoudakis (EKR, UK) entworfene und mit 551 Stimmen, 14 Gegenstimmen, bei 81 Enthaltungen angenommene Entschließung fordert von den EU-Staaten, finanzielle Anreize für Gewebe- und Zellspenden zu verbieten und die Voraussetzungen genau festzulegen, unter denen eine finanzielle Entschädigung gewährt werden kann. Eine Minderheit von EU-Ländern wendet aktuell Leitlinien für irgendeine Form von Entschädigung oder Anreiz an. Sie verlangen von der Kommission Legislativvorschläge, um den Grundsatz der unentgeltlichen Spende zu garantieren.


Die Entschließung unterstreicht die Bedeutung bilateraler Abkommen, die denn jeweiligen Ländern helfen, Engpässe bei der Versorgung mit Geweben oder Zellen zu vermeiden, oder einen passenden Spender im Ausland zu finden, wenn kein einheimischer zur Verfügung steht. Allerdings hebt der Text hervor, dass Patienten noch besser geholfen werden kann, wenn die Mitgliedstaaten besser mit Eurocet zusammenarbeiten, der europäischen Datenbank für Gewebe und Zellen.


Die Abgeordneten sind besorgt angesichts der Gefahr eines entstehenden Schwarzmarkts für Spermien und Eizellen und appellieren an die EU-Länder, gemeinsam die damit verbundenen ethischen Probleme sowie Risiken für die öffentliche Gesundheit zu bewältigen.


Nabelschnurblut und Stammzellen


"Knochenmark und Stammzellentransplantationen sind oftmals die einzige Hoffnung für Menschen, die an Leukämie oder anderen Blutkrankheiten leiden. In multiethnischen Gebieten, so wie mein Wahlkreis in London, müssen Patienten oft nach Spendern im Ausland suchen. Hier zeigt sich der Mehrwert der Europäischen Union, indem der EU-weite Austausch von Spenderdaten ermöglicht wird, und so Leben gerettet werden", sagte die Berichterstatterin Marina Yannakoudakis.


Der Bericht betont die möglichen Vorteile für die Medizin aus der Nutzung von Stammzellen und verlangt eine bessere Zusammenarbeit öffentlicher und privater Datenbanken für Nabelschnurblut und Stammzellen. Der Text fordert die Mitgliedstaaten auf, Regeln zu schaffen, damit diese Banken auf besonders transparente und sichere Weise arbeiten.



Debatte: Montag, 10. September 2012
Abstimmung: Dienstag, 11. September 2012
Verfahren: Nicht-legistative Entschliessung

REF : 20120907IPR50817
 
 
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