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Parlament unterstützt strengere Obergrenzen gegen schädlichen Verkehrslärm

Plenartagung Pressemitteilung - Gesundheitswesen06-02-2013 - 14:54
 

Am Mittwoch stimmt das Europäische Parlament über einen Gesetzesentwurf zu schärferen Obergrenzen für die Lärmbelastung durch Kraftwagen und LKWs ab. Entschieden wird auch, ob Verbraucher detailliertere Informationen zum Lärmpegel von Neuwagen erhalten sollten. Hybrid- und Elektrofahrzeuge sollten hingegen mit zusätzlichen Geräuschen ausgerüstet werden, um Fußgänger zu warnen.


Wer langfristig starkem Verkehrslärm ausgesetzt ist, unterliegt einem höheren Gesundheitsrisiko bis hin zu Organversagen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zahlen der Europäischen Umweltagentur zeigen, dass etwa die Hälfte der Bevölkerung in EU-Ballungsräumen Verkehrslärm von mehr als 55 Dezibel (db) ausgesetzt ist.


"Die schädliche Wirkung von Verkehrslärm ist wissenschaftlich nachgewiesen, der Gesetzesvorschlag beschränkt sich allerdings nur auf den Lärm der Motoren. Ich bin von Anfang an für einen umfassenderen Ansatzes eingetreten, der auch Faktoren wie Fahrbahnbelag, Aerodynamik und Reifen einbezieht", sagte Berichterstatter Miroslav Ouzký (EKR, CZ), nach der Abstimmung. Der Bericht wurde mit 401 gegen 228 Stimmen und 20 Enthaltungen angenommen. Als Verhandlungsführer des Parlaments wird Ouzký nach der Abstimmung mit Vertretern der EU-Staaten über den Gesetzesvorschlag verhandeln.

Strengere Lärmgrenzen


Der Gesetzesvorschlag sieht vor, nach Inkrafttreten der neuen Regeln schrittweise neue Lärmgrenzen einzuführen. Für neue Modelle würden die Obergrenzen spätestens nach sechs Jahren gelten, für andere Neuwagen spätestens nach acht Jahren.

Die Obergrenzen für herkömmliche Wagen würden von derzeit 74 db auf 68 db sinken. Leistungsstärkere Fahrzeuge dürften diese Grenzen höchstens um 2 bis 6 Dezibel überschreiten. Für die leistungsstärksten LKWs wurde die zulässige Lärmgrenze von 81 db beibehalten.

Die EU-Abgeordneten verweisen allerdings darauf, dass Fahrzeuglärm auch von der Beschaffenheit des Straßenbelags, dem Geräusch der Reifen und den aerodynamischen Eigenschaften eines Fahrzeuges beeinflusst wird.

Lärm-Plaketten

Einige EU-Abgeordneten fordern auch Plaketten zum Lärmpegel von Neuwagen, um Verbraucher besser beraten zu können. Ähnliche Label existieren bereits für den Verbrauch und die CO2-Emissionen von Neuwagen oder für den Geräuschpegel von Reifen.

Stille Gefahr

Ein anderes Problem sehen die Abgeordneten bei geräuscharmen Elektro- und Hybridfahrzeugen. Fußgänger, die an die Geräusche eines Verbrennungsmotors gewöhnt sind, könnten diese extrem leisen Fahrzeuge nicht rechtzeitig als erkennen. Autobauer sollten daher verpflichtet werden, diese Fahrzeuge mit Sondergeräuschen auszustatten. Die Gesetzesvorlage verlangt dafür die Einführung eines neuen Standards, eines sogenannten "Acoustic Vehicle Alerting Systems (AVAS)".


Verfahren:  Mitentscheidungsverfahren (Ordentliches Gesetzgebungsverfahren), erste Lesung

REF : 20130201IPR05572
 
 
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