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Physik-Nobelpreis für Entdecker des Gottesteilchens: EU-Forschungsgelder nicht kürzen (Infografik)

Plenartagung Artikel - Forschung und Innovation08-10-2013 - 15:28
 
Infografik: Was ist das Gottesteilchen und wie funktioniert der europäische Teilchenbeschleuniger CERN   Infografik: Was ist das Gottesteilchen und wie funktioniert der europäische Teilchenbeschleuniger CERN

Lange wurde über die Existenz des Higgs-Boson, auch Gottesteilchen genannt, spekuliert. 2012 folgte die Sensationsmeldung aus dem Europäischen Kernforschungszentrum CERN: das Gottesteilchen existiert (wahrscheinlich). Im Oktober 2013 erhielten die Entdecker Peter Higgs und François Englert den Nobelpreis für Physik. Noch vor der Auszeichnung sprachen wir mit den Physikern über die Bedeutung ihrer Entdeckung und die letzten Geheimnisse des Universums. Unsere Infografik erklärt, warum es geht.


Das Higgs-Boson gilt Physikern als das kleinste Elementarteilchen, als Grundlage aller anderen Partikel und jeder Masse im Universum. Was bedeutet das für die Forschung? Ist die Physik damit am Ende ihrer Arbeit angelangt?


Bei weitem nicht, erklärte Peter Higgs, der als einer der ersten die Existenz des Gottesteilchens postuliert hatte. "Wir sind weit entfernt vom Ende der Forschung", erklärte auch François Englert, der vor rund 30 Jahren, zeitgleich mit Higgs, die Existenz des Higgs-Boson vorhergesagt hatte.


Ungelöst sei etwa die Frage nach dem Wesen Dunkler Materie, aus der 90 % des Universums besteht. Es wäre daher "unklug", nun Forschungsbudgets zu kürzen, sagte Higgs mit wissenschaftlicher Zurückhaltung.


Europa hat bei Grundlagenforschung aufgeholt


Ansonsten würde Europa, das jahrhundertelang Speerspitze des wissenschaftlichen Fortschritts war, weiter hinter die Vereinigten Staaten zurückfallen. Doch Professor Englert gab sich optimistisch. Im 20. Jahrhundert habe die USA bei Forschungsfragen dominiert. "Aber was Grundlagenforschung angeht, haben sich die Dinge verändert", erklärte Englert. "Es gibt in den USA nichts, was sich mit dem CERN vergleichen ließe."


CERN ist das führende Zentrum, stimmte Peter Higgs zu. US-Amerikanische Forscher würden noch heute darunter leiden, dass sich der US-Kongress in den 90er Jahren gegen einen geplanten Teilchenbeschleuniger in Texas ausgesprochen hatte.


EU-Gelder für Forschung nicht kürzen


"Mit den Mitteln, die derzeit in den USA investiert werden, wäre eine Entdeckung wie im CERN nicht möglich gewesen."


Es wäre daher "unklug" im kommenden EU-Rahmenhaushalt die Mittel für Forschung und Entwicklung zu kürzen, sagte Higgs mit britischer Zurückhaltung. Der Belgier Englert bezeichnete die vom EU-Rat vorgeschlagenen Kürzungen etwas drastischer als "eine Katastrophe".


Das Interview wurde erstmals am 27. November 2012 veröffentlicht. Lesen Sie auch die Zusammenfassung des Facebook-Chats mit den beiden Nobelpreisträgern (Link rechts dieses Textes).

REF : 20131008STO21723
Aktualisiert am: ( 08-10-2013 - 15:37)