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Parlament stimmt gegen Marktzulassung für Gen-Mais

Plenartagung Pressemitteilung - Verbraucher / Gesundheitswesen16-01-2014 - 12:13
 
Corn on a field in Brandenburg   "Die Entscheidung über die Marktzulassung von gentechnisch verändertem Mais liegt bei der EU, Mitgliedstaaten können jedoch den Anbau auf ihrem Hoheitsgebiet verbieten." ©BELGA/DPA/ A.FRANKE

Genetisch veränderter Mais der Sorte Pioneer 1507 sollte nicht für den EU-Markt zugelassen werden, so das Parlament in einer Entschließung am Donnerstag. Seininsektenresistenter Pollen könnte Schmetterlinge und Motten gefährden. Die Abgeordneten fordern den Rat auf, die vorgeschlagene Zulassung zu verhindern und wollen, dass die Kommission auf bessere Risikobewertungsmethoden wartet, bevor sie neue Gen-Mais-Sorten zulässt oder bestehende Zulassungen erneuert.


Die Abgeordneten lehnen die Marktzulassung von gentechnisch verändertem Mais in der EU mit der Begründung ab, dass dies die Durchführungsbefugnisse der Kommission überschreite, wie sie in den EU-Vorschriften über die absichtliche Freisetzung von GVO in die Umwelt festgelegt sind. Sie verdeutlichen insbesondere, dass der Vorschlag der Kommission nicht alle gesetzlich erforderlichen "Bedingungen für den Schutz besonderer Ökosysteme/Umweltgegebenheiten und/oder geographischer Gebiete" erfüllt.


Die Entschließung wurde mit 385 Stimmen angenommen, bei 201 Gegenstimmen und 30 Enthaltungen.


Unerwünschte Nebenwirkungen


In einer Stellungnahme im Februar 2012 widersprach die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ausdrücklich den von Pioneer angeführten Schlussfolgerungen, dass das Risiko der Maissorte 1507 für harmlose Schmetterlinge in der EU unerheblich wäre, und wies darauf hin, dass letztere bei Kontakt mit Pollen dieser Maissorte Gefahr ausgesetzt seien.


Das Parlament stellt des Weiteren fest, dass 1507-Mais gegen das Herbizid Glufosinat resistent ist und als solcher in den Vereinigten Staaten und Kanada vermarktet wird. Die EU hat Glufosinat allerdings als fortpflanzungsgefährdend eingestuft und wird dessen Gebrauch nach 2017 nicht mehr genehmigen.


Hintergrund


Die letzte gentechnisch veränderte Pflanze, die für den Anbau in der EU zugelassen wurde, war die Amflora-Kartoffel im Jahr 2010. Sie wurde jedoch im Dezember 2013, auf Anordnung des Europäischen Gerichtshofes vom EU-Markt genommen. Die einzige andere gentechnisch veränderte Pflanze, die für den Anbau in der EU zugelassen wurde, ist Mais der Sorte Monsato MON 810. Eine Erneuerung der Zulassung ist jedoch seit Jahren ausständig.


Verfahren: Nicht-legislative Entschließung

REF : 20140110IPR32334
 
 
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