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Social-Media-Kommentare als Bestandteil des Troika-Berichts - EU-Abgeordneter Cercas zieht positive Bilanz

Andere Artikel - Bürgerrechte19-03-2014 - 16:32
 
Alejandro Cercas   Interview mit dem spanischen EU-Abgeordneten Alejandro Cercas (S&D)

Drei Monate lang gab das Europaparlament EU-Bürgern die Möglichkeit, auf LinkedIn über die sozialen Folgen der Arbeit zu diskutieren. Ziel des Social-Media-Experiments war es, Anliegen der Bürger in den parlamentarischen Bericht zu integrieren, der am 13. März vom Plenum gebilligt wurde. Der spanische Berichterstatter Alejandro Cercas (S&D) berichtet über seine Erfahrungen mit dem Experiment Bürgerbeteiligung.


Welcher Kommentar hat Sie am meisten schockiert?


Die Kommentare aus Griechenland. Aber ich kann gar nicht sagen, welcher davon am schockierendsten war. Sie zeigten alle, dass in Griechenland ein sozialer Tsunami stattgefunden hat.


Die Leute berichteten etwa, dass Menschen keinen Zugang zum Gesundheitswesen und Medikamenten mehr haben.


Wie viele Kommentare wurden in den endgültigen Text übernommen?


Ohne zu übertreiben, kann ich sagen, dass alle Anliegen aus der Diskussion in den endgültigen Text übernommen wurden. Ich war natürlich gebunden an das Mandat des Berichts [Der Bericht bezieht sich nur auf die Länder, die Rettungspakete erhalten haben: Griechenland, Irland, Portugal und Zypern].


Aus diesem Grund konnte ich nicht auf Vorschläge eingehen, die sich auf andere Länder beziehen, wie zum Beispiel auf Spanien.


Ich möchte auch betonen, dass alle Beiträge große persönliche Leidenschaft und Verständnis ausdrückten. Das hat diese Diskussion für mich noch wertvoller gemacht.


Kann dieses Instrument auch in Zukunft nützlich sein?


Es war eine sehr interessante Erfahrung. Diese neuen Kommunikationswege sind sehr nützlich, um zu erfahren, was die Bürger denken, aber auch um zu lernen, politische Debatten in Alltagssprache auszudrücken. Deswegen glaube ich, dass es ein interessantes Instrument für zukünftige Mitglieder des Europaparlaments ist.


Das gewählte soziale Netzwerk, hatte den Vorteil, dass die Menschen auf dieser Plattform schon mit in die Debatte vertraut waren.


Auf der anderen Seite werden mit der Wahl eines Netzwerks, die Nutzer anderer sozialer Netzwerke ausgeschlossen. Dadurch sinkt auch die Anzahl der Teilnehmer der Diskussion.


Deshalb sollte sich das Europaparlament bemühen, diese Art von Diskussion auch in anderen sozialen Netzwerken anzubieten, auch wenn das dann vielleicht nicht mehr so sehr in die Tiefe geht.

REF : 20140319STO39308