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Europa, der vernetzte Kontinent: Keine Roaming-Gebühren, Netzneutralität und bessere Internetverbindungen

Andere Artikel - Institutionen / Informationsgesellschaft02-04-2014 - 17:13
 
Silhouette eines Mannes mit Handy vor dem Sonnenuntergang   Mann mit Handy auf dem Breitenstein in Bayern ©BELGA/imagebroker/H.Kuhbauch

Das Europaparlament stimmt am Donnerstag (3. April) über das EU-Telekommunikationspaket ab. Internetanbieter sollen nicht mehr die Dienste ihrer Konkurrenten blockieren oder verlangsamen können. Roaming-Gebühren sollen ab dem 15. Dezember 2015 abgeschafft werden.


Wo liegt das Problem?


Für rund 200 Telekommunikationsunternehmen in der EU gelten unterschiedliche Regeln. Ihre mehr als 510 Millionen Kunden bezahlen ganz unterschiedliche Preise. Der Markt ist zersplittert.


Warum sollte Sie das interessieren?


Es wird geschätzt, dass durch den fragmentierten Telekommunikationsmarkt rund 0,9 Prozent des BIPs der EU verloren gehen. Das sind 110 Milliarden Euro im Jahr.


Welche Gründe gibt es für das Telekommunikationspaket?


Es gibt zwei Gründe: niedrige Preise und bessere Qualität. 94 Prozent der Europäer, die in ein anderes EU-Land reisen, nutzen das Internet weniger, wenn sie unterwegs sind, um hohen Roaming-Gebühren zu entgehen.


Wie steht es um die Qualität des Internets?


Das Gremium der Europäischen Regulierungsbehörden für elektronische Kommunikation berichtet, dass manche Internetanbieter Dienste wie Skype (kostenlose Internettelefonate) ausbremsen oder gar blockieren.


Was macht das Europaparlament dagegen?


  • Roaming-Gebühren werden abgeschafft: Im Ausland einen Anruf zu tätigen oder eine E-Mail vom Handy über EU-Grenzen zu versenden, soll genauso viel kosten wie innerhalb des Heimatlandes. Das Parlament will, dass dies ab 15. Dezember 2015 gilt.

  • Netzneutralität sichern: Internetanbieter sollen bestimmte Internet-Dienste nicht blockieren oder abbremsen dürfen

  • Effizientere Funkfrequenzverwaltung. Einfachere Einkaufs- und Mietrechte für Radiofrequenzen, die für den Versand von mobilen Daten und 4G/5G-Netze gebraucht werden.

  • Gegenseitige Anerkennung von elektronischer Identifizierung für Transaktionen: einfachere und sichere Dienste für Unternehmen, Bürger und Behörden, um Dokumente online unterschreiben und zertifizieren zu können.

Die nächsten Schritte


Das Telekommunikationspaket, für das der spanische EU-Abgeordnete Pilar del Castillo (EVP) zuständig ist, steht am 3. April im Plenum zur Abstimmung. Eine Einigung mit nationalen Ministern wird eine der ersten Prioritäten des neuen Parlaments sein.


Die grenzüberschreitende elektronische Identifizierung, für die die spanische Berichterstatterin Marita Ulvskog (S&D) verantwortlich ist, muss der Ministerrat nach der Abstimmung im Plenum noch formell bestätigen.  

REF : 20140401STO41552
Aktualisiert am: ( 10-04-2014 - 10:07)