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Zwei neugewählte Abgeordnete sprechen über Hoffnungen und Pläne für die nächsten fünf Jahre

Andere Artikel - Institutionen06-06-2014 - 15:16
 
Mercedes Bresso (IT, S&D) und Brian Hayes (IR, EVP)   Neugewählte EU-Abgeordnete kommen in brüssel an. Im Bild (L-R) Mercedes Bresso (IT, S&D) und Brian Hayes (IR, EVP)

Neugewählte Abgeordneten aus ganz Europa treffen derzeit in Brüssel ein. Mit Erhalt ihrer Wahlkarten werden sie am 1. Juli offiziell zu Mitgliedern des Europäischen Parlaments. Ein Begrüßungsservice hilft ihnen derzeit bei der Vorbereitung auf ihre neue Aufgabe. Wir haben mit zwei neuen EU-Abgeordneten gesprochen und sie zu ihren ersten Eindrücken befragt.


Von den 751 Abgeordneten der kommenden 8. Legislaturperiode sind 371 neu in das Parlament eingezogen. Einer von ihnen ist Brian Hayes, ein irisches Mitglied der Fraktion der Europäischen Volkspartei. Vor seiner Wahl ins Europäische Parlament war der 44-Jährige aus Dublin Vertreter in beiden Kammern des irischen Parlaments, seit 2011 auch Finanzstaatssekretär.


Ebenfalls neu in Brüssel ist Mercedes Bresso, eine italienische Abgeordnete der sozialdemokratischen Fraktion. Im Jahr 2010 wählte sie das Komitee der Regionen zur ersten weiblichen Präsidentin. Die 69-Järhige war zuvor Präsidentin der Region Piemont und Universitätsprofessorin für Wirtschaft am Polytechnikum Turin.


Was sind Ihre ersten Eindrücke vom Europäischen Parlament und von Brüssel?

Brian Hayes: Das erste, das mir aufgefallen ist, ist die Größe. Ich habe aber den Vorteil, in den vergangenen drei Jahren regelmäßig für die irische Regierung im Parlament gewesen zu sein. Die Leute hier sind sehr freundlich und hilfsbereit gegenüber uns neuen Abgeordneten, das ist vielversprechend.


Mercedes Bresso: Meine Arbeit spielt sich seit 2004 zwischen Brüssel und Italien ab. Ich liebe die Stadt für ihr lebendiges und multikulturelles Flair. Deshalb besitze ich hier auch ein Haus. Ich bin glücklich, in der Hauptstadt der EU zu leben. Mein Mann ist Franzose, ich fühle mich wirklich wie eine europäische Bürgerin.


Was machen Sie am liebsten in ihrer Freizeit?


BH: Ich liebe Golf und Tennis, auch flottes Wandern macht mir Spaß.

MB: Ich liebe Bücher, Schwimmen und Reisen. Ich bin eine begeisterte Leserin und schreibe auch Bücher. Meine Lieblingsschriftsteller sind Jorge Luis Borges, Marguerite Yourcenar und Italo Calvino. Bei wirtschaftlichen Themen schätze ich Joseph Stiglitz und Nicholas Georgescu-Roegen.


Welche historischen oder zeitgenössischen Persönlichkeiten bewundern Sie?

BH: Daniel O’Connel, der die katholische Emanzipation vorangebracht und gezeigt hat, dass gewaltfreie Politik funktionieren kann. Ich bewundere auch Winston Churchill für seine Tapferkeit im Kampf gegen den Faschismus.


MB: Ich bewundere die europäischen Gründerväter Jacques Delors und Altiero Spinelli, aber auch die politischen Denker Carlo Rosselli, Carlo Cattaneo und Alexis de Tocqueville.


Welches Themen liegen Ihnen in als Abgeordneter besonders am Herzen?

BH: Ich will die Herausforderungen der Bankenunion meistern und neue Kreditmöglichkeiten für Klein- und Mittelunternehmen schaffen. Wir müssen uns auch von Best-Practice-Modellen zur Reform der öffentlichen Verwaltung einiges abschauen.


Das Wichtigste ist aber, die skandalöse Jugendarbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen und auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen zu senken. Das muss im Fokus aller EU-Institutionen stehen.


Die Europäer wollen die soziale Marktwirtschaft basierend auf einer unternehmerfreundlichen Kultur, hoher Wettbewerbsfähigkeit, guter Ausbildung und Innovation. Ohne Fortschritt in diesen Feldern wird die Mitte weiter schrumpfen, da aggressive neo-nationalistische Kräfte in die Politik drängen.


MB: Ich möchte das Vertrauen zwischen Bürgern und Institutionen wieder herstellen. Ich glaube an eine Verlagerung der Kompetenzen: Für bedeutendere – wie Außenpolitik, Verteidigung und Finanz – sollte die EU verantwortlich sein.


Weniger bedeutende Kompetenzen sollten nach den Regeln der Subsidiarität auf lokaler Ebene verbleiben. Das Ziel ist die Schaffung eines Bundesstaates.



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