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Grenzregionen: Von Europa ans Ende der Welt

Andere Artikel - Umwelt20-08-2014 - 09:00
 
Bäume und Meer   Rapa Iti: Ein Stück Paradies, was zur EU gehört

Auf der Insel Rapa Iti gibt es keinen Flughafen. Es dauert 50 Stunden mit dem Schiff von Tahiti aus, um auf die Insel zu gelangen. Rapa Iti ist eine der einsamsten Inseln im Südpazifik. Über ihren dunklen Küsten und basaltischen Felsen, an den Hängen eines inaktiven Vulkans, thronen die Festungen von zwölf uralten Clans. Aus der Ferne kann man Buckelwale sehen, oft suchen antarktische Polar-Tiefs das Eiland heim – Rapa Iti hat besondere Verbindungen zur EU.


Rapa Iti ist die südlichste bewohnbare Insel Französisch Polynesiens, das als französisches Überseedepartement zur EU gehört. Ungefähr 400 Menschen leben auf der Insel, unter ihnen auch viele Kinder. Sie jagen Ziegen die Berghänge hinauf, spielen in den Taro-Feldern, helfen beim Brotbacken, essen Mangu-Blumen oder schwimmen in der Bucht.


Durch die EU-Mitgliedschaft hat Französisch Polynesien viele Vorteile wie die finanzielle Unterstützung von 30 Millionen Euro für die Zeit von 2014 bis 2020. Die Bevölkerung ist außerdem zur Teilnahme an EU-Initiativen wie dem Erasmus-Plus-Programm berechtigt. Dieses ist so beliebt, dass sogar Austauch-Programme mit der Polytechnischen Universität Valencia in Spanien, der Universität Ulster in Nordirland und der Universität Newcastle in England entwickelt werden.


Territorien in Übersee mit besonderen Beziehungen zur EU


Französisch Polynesien ist jedoch nicht die einzige Region außerhalb Europas mit engen Verbindungen zur EU. Die sogenannten „Gebiete in äußerster Randlage“ wie zum Beispiel die Kanarischen Inseln oder Französisch Guayana sind fester Bestandteil der Union.


Es gibt auch Länder und Territorien in Übersee wie die Falklandinseln und Aruba, die besondere Beziehungen zu einem EU-Mitgliedstaat unterhalten. Deshalb können sie Assoziierungsabkommen mit der EU abschließen und von der Reise- und Niederlassungsfreiheit profitieren. Sie unterliegen nur in den Bereichen der abgeschlossenen Assoziierungsabkommen der europäischen Gesetzgebung. Einige von ihnen wie die Saint-Barthélemy-Insel sind sogar Teil der Eurozone.


Zurück im Café der französisch-polynesischen Universität auf Tahiti erhascht man einen Blick auf die untergehende Sonne über der Moorea-Insel. Einige Paradiesvögle ziehen ihre Kreise über dem 15 Hektar großen Campus und seinen Palmen.


EU: Vereint in Vielfalt


Unter den Besuchern ist auch eine 22-jährige Studentin mit einem Blumenkranz im Haar. Sie ist auf dem Heimweg nach einem zehnmonatigen Erasmusaufenthalt zum Studium des internationalen Rechts.


"Es ist seltsam, aber Fremde sind sich immer irgendwie ähnlich. Sie leben in verschiedenen Teilen der Welt und sprechen verschiedene Sprachen und trotzdem sind sie sich ähnlich", meint die junge Studentin aus Europa.


Dies entspricht dem Motto der EU: Vereint in Vielfalt. Die EU verbindet Staaten, Kulturen, Sprachen und Religionen. Es ist eine Union, deren Reichtum auch aus derVielfalt erwächst.


Zum ersten Mal wurde der Artikel im Mai als Teil der Serie "Grenzregionen" veröffentlicht.

REF : 20140715STO52454
Aktualisiert am: ( 06-08-2014 - 17:08)