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Humanitäre Hilfe für Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak

Andere Artikel - Menschenrechte15-10-2014 - 09:54
 
Sept. 30, 2014 - Kobane, Border Syria - Refugees from Kobane escape from the attacs of IS to the Turkish side, on September 30, 2014. ©BELGA_Zumapress_Sebastian Backhaus   Syrische Flüchtline aus Kobane fliehen in die Türkei vor den Attacken des Islamischen Staates am 30. September 2014 ©BELGA_Zumapress_Sebastian Backhaus

In den vergangenen Jahren wurden mehr als 9 Millionen Syrer gezwungen ihre Heimat zu verlassen. Seit der Islamische Staat (IS) in Syrien und dem Irak aktiv ist, fliehen immer mehr Menschen aus der Region. "Noch nie hat ein Konflikt zu so vielen Toten, Flüchtlingen und Vertriebenen in der Region geführt", sagte Frej Fenniche, Vertreter des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte während einer Anhörung des Menschenrechtsausschuss am Montag (13.10.).


Zu Beginn erinnerte die spanische Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses Elena Valenciano Martinez-Orozco (S&D) daran, dass wie bereits in der Entschließung vom 18. September festgelegt, die humanitäre Hilfe erhöht werden müsse.


Frej Fenniche forderte, dass die internationale Gemeinschaft auf den Hilferuf der Kurden im syrischen Kobane reagiere. In der Stadt toben seit Tagen Kämpfe zwischen dem IS und den Kurden.


Goedelieve Quisthoudt-Rowohl, deutsche EVP-Abgeordnete, fragte Thomas Schmidinger der Organisation Liga für emanzipatorische Entwicklungszusammenarbeit (LeEZA), ob er an eine faire Lösung des Konflikts glaube. "Ich bin davon überzeugt, dass der Islamische Staat militärisch geschlagen werden muss. Wenn die NATO oder wer auch immer nicht vorbereitet ist, müssen es natürlich die kurdischen Kämpfer am Boden machen", antwortete er.


Humanitäre Hilfe für Flüchtlinge in Nachbarländern


Im Irak sind zurzeit 5,2 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Leyla Ferman , Ko-Vorsitzende der Jesidischen Förderation in Europa, forderte internationale Unterstützung. Ihr Verein vertritt die jesidische Minderheit im Irak. Sie erinnerte daran, dass die Menschen ohne Hilfe den Winter nicht überleben werden.


Die Krise betreffe nicht nur Syrien, sondern auch die Nachbarländer, betonte der Leiter der Delegation der Kommission in Syrien und dem Irak Eduardo Fernandez-Zincke. Lediglich 15 Prozent der 3 Millionen registrierten Flüchtlinge lebe in Flüchtlingscamps. Der Großteil lebe in Städten. Die Spannungen zwischen Flüchtlingen und den Einheimischen stiegen.


Investitionen in die Infrastruktur dringend notwendig


Dazu komme, dass die öffentliche Infrastruktur in den Ländern, die die Flüchtlinge aufgenommen haben, in keinem guten Zustand sei, warnte Fernandez-Zincke. Mehr als die Hälfte der humanitären Hilfe von der Europäischen Kommission sei bereits an die Nachbarländer Syriens verteilt worden, um die Flüchtlinge in diesen Ländern zu unterstützen.


Auch Sema Genel, Büroleiterin der Diakonie Katastrophenhilfe Istanbul, betonte, dass die EU lokale öffentliche Infrastruktur, soziale Dienstleistungen und Initiativen der Zivilgesellschaft unterstützen müsse.


Europa müsse mehr Flüchtlinge aufnehmen


Einer von fünf Menschen im Libanon sei ein Flüchtling, erklärte der leitende juristische Berater des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte Michele Cavinato. Um dieses Verhältnis zu erreichen, müsse Italien - sein Heimatland - 12 Millionen Flüchtlinge aufnehmen.


Ein Großteil der Abgeordneten war der Meinung, dass die EU-Mitgliedstaaten mehr Flüchtlinge aufnehmen müssten.


Der belgische EKR-Abgeordnete Mark Demesmaeker rief dazu auf, zu handeln. Europa mache zu wenig, sagte er.



REF : 20141013STO73809
Aktualisiert am: ( 15-10-2014 - 11:29)