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Papst Franziskus richtet eine Botschaft der Hoffnung und der Ermutigung an alle europäischen Bürger

Plenartagung Pressemitteilung - Institutionen26-11-2014 - 11:30
 
Standing ovation for Pope Francis after his speech in the European Parliament hemicycle on Tuesday 25 of November 2014   Lebhafter Beifall der Abgeordneten im Europäischen Parlament für Papst Franziskus nach seiner Rede vor dem Plenum © European Union 2014 - European Parliament

Der Schutz der Menschenwürde war ein zentrales Thema der Rede von Papst Franziskus, die er am Dienstag vor dem Europäischen Parlament gehalten hat. Die Einwanderung, der Umweltschutz sowie die Förderung von Menschenrechten und Demokratie gehörten zu den vom Papst besonders hervorgehobenen Aspekten in seiner Ansprache, in der er an die Abgeordneten appellierte, daran zu arbeiten, "dass Europa seine gute Seele wiederentdeckt".


Zur Eröffnung der feierlichen Sitzung sagte der Präsident des Europäischen Parlaments Martin Schulz, dass der Vertrauensverlust der Menschen in die Politik, ob auf nationaler oder europäischer Ebene, "dramatisch" sei. "Ohne Vertrauen aber kann keine Idee und schon gar keine Institution dauerhaft bestehen. Deshalb ist die Kooperation aller Kräfte nötig, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen", so Schulz.


"In dieser Hinsicht gehen die Anliegen der Europäischen Union und der katholischen Kirche zu einem großen Teil Hand in Hand. Die Werte der Toleranz, des Respekts, der Gleichheit, der Solidarität und des Friedens sind Teile unseres gemeinsamen Auftrages. Die Europäische Union steht für Miteinander statt Gegeneinander, für Einbeziehung statt Ausgrenzung", fügte Schulz hinzu.


Menschenrechte und Menschenwürde


"Ich möchte an alle europäischen Bürger eine Botschaft der Hoffnung und der Ermutigung richten", sagte Papst Franziskus vor den Abgeordneten. Er unterstrich, dass "Würde" das Schlüsselwort war, das den Wiederaufbau Europas nach dem zweiten Weltkrieg charakterisiert hatte. "Heute spielt die Förderung der Menschenrechte eine zentrale Rolle im Engagement der Europäischen Union, mit dem Ziel, die Würde der Person zu stützen, sowohl innerhalb Europas als auch in der Beziehung zu den anderen Ländern", fügte er hinzu.


Das Europäische Parlament hat die Verantwortung, "die Demokratie der Völker Europas lebendig zu erhalten", hob Papst Franziskus hervor. Die Kraft der Demokratien darf "angesichts des Drucks multinationaler, nicht universaler, Interessen" nicht verdrängt werden, so der Papst weiter. "Es ist Zeit, die Beschäftigungspolitik zu fördern, vor allem aber ist es notwendig, der Arbeit wieder Würde zu verleihen, indem man auch angemessene Bedingungen für ihre Ausübung gewährleistet", sagte er.


Umweltschutz und Einwanderung


"Europa hat in einem lobenswerten Einsatz zugunsten der Ökologie immer in der vordersten Reihe gestanden", unterstrich der Papst. "Die Umwelt achten bedeutet aber nicht nur, sich darauf zu beschränken, sie nicht zu verderben, sondern auch, sie für das Gute zu nutzen", wie beispielsweise die Bereitstellung von Nahrung für jene, die sie wirklich brauchen, oder die Bekämpfung der Verschwendung von Lebensmitteln, fügte er hinzu.


Papst Franziskus sprach auch das Thema derMigrationsströme in der EU an. Er sagte: "Man kann nicht hinnehmen, dass das Mittelmeer zu einem großen Friedhof wird", und hob hervor, dass die Flüchtlinge, die an den europäischen Küsten landen, "Aufnahme und Hilfe brauchen". Europa wird nur imstande sein, die mit der Einwanderung verbundenen Probleme zu bewältigen, wenn es versteht, "in aller Klarheit die eigene kulturelle Identität vorzulegen", fügte er hinzu.



Hintergrundinformationen


Präsident Schulz hatte Papst Franziskus bei seinem offiziellen Besuch im Vatikan am 11. Oktober 2013 im Namen des Europäischen Parlaments eingeladen. Der letzte Besuch eines Papstes im Parlament war im Jahr 1988, als Papst Johannes Paul II. eine Ansprache vor dem Plenum in Straßburg hielt, nur ein Jahr vor dem Fall der Berliner Mauer.

 

Der Papst ist um 10:30 Uhr zu seinem offiziellen Besuch im Europäischen Parlament eingetroffen und wurde in feierlichem Rahmen mit Ehrengarde, dem Hissen der vatikanischen Flagge und Abspielen der Hymnen von Präsident Schulz empfangen. Nach der Zeremonie stellte Schulz dem Papst die Mitglieder des Präsidiums und der Konferenz der Präsidenten des Europäischen Parlaments vor. Papst Franziskus hat seinen Besuch im Europarat fortgesetzt.

 

Das Europäische Parlament ist das einzige direkt gewählte EU-Organ und eine der größten demokratischen Versammlungen der Welt. Seine 751 Mitglieder repräsentieren die 500 Millionen EU-Bürger. Sie werden alle fünf Jahre von den Wählern aus den 28 Mitgliedstaaten gewählt.

REF : 20141121IPR79832
Aktualisiert am: ( 26-11-2014 - 13:56)
 
 
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