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Interview: Was ändert sich mit neuen GVO-Regeln für Verbraucher und Landwirte

Plenartagung Artikel - Umwelt / Gesundheitswesen13-01-2015 - 18:45
 
Interview with Frederique Ries   Interview mit der belgischen Berichterstatterin Frédérique Ries (ALDE)

EU-Abgeordnete haben am Dienstag (13.1.) dafür gestimmt, dass EU-Mitgliedstaaten den Anbau von genetisch veränderten Organismen (GVO) auf ihrem Hoheitsgebiet einschränken oder verbieten können. Stimmt der Ministerrat dem Vorschlag zu, treten die Änderungen der Richtlinie nach der Veröffentlichung im Amtsblatt der EU in Kraft. Nach der Abstimmung haben wir mit der belgischen Berichterstatterin Frédérique Ries (ALDE) über die Änderungen der Richtlinie gesprochen.


Was ändert sich für Verbraucher, Landwirte und die Umwelt?


Diese Richtlinie ist mehr für die EU-Mitgliedstaaten, weil es ihnen die Möglichkeit gibt, den Anbau von GVO auf ihrem Hoheitsgebiet einzuschränken oder zu verbieten.


Landwirte müssen befolgen, was ihr Land entscheidet. Wenn der Staat entscheidet, dass der Anbau von GVO verboten wird, müssen sie sich daran halten. Ich hoffe, dass wir in einer zukünftigen Überprüfung erreichen, dass Landwirte, denen dadurch ein Nachteil entsteht, entschädigt werden müssen.


Die neuen Regeln sollen GVO-freie Zonen in Grenzregionen schützen.


Warum waren die neuen Regeln notwendig?


Die Richtlinie ist eine Antwort auf die wachsende Sorge der Unionsbürger. Das hat sich auch in den Eurobarometer-Umfragen gezeigt.


Als Demokratin finde ich es nicht gut, dass Gesetze von Gerichten gemacht werden. Der Europäische Gerichtshof stellte 2013 fest, dass die Kommission die Entscheidung, ob der Genmais 1507 von Pioneer zugelassen wird, unrechtmäßig aufgeschoben hatte.


Jetzt machen Abgeordnete Gesetze...


Wo sehen Sie den europäischen Markt für GVO in fünf Jahren?


Die Richtlinie bezieht sich nicht auf Produkte selbst, sondern nur deren Anbau. Große Massen an genetisch veränderten Futtermitteln werden bereits in die EU importiert. Das wurde nicht in Angriff genommen, genauso wenig wie dessen Transport oder die Forschung dazu.


Ich glaube, dass sich etwas bei der Transparenz im Bezug auf GVO verändern wird. Außerdem sollte es weniger Interessenkonflikte geben unde eine bessere Steuerung.

REF : 20150112STO07403