Startseite aufrufen (Eingabetaste drücken)
Zugang zu den Inhalten der Seite (mit der Eingabetaste bestätigen)
Liste der anderen Websites aufrufen (Eingabetaste drücken)

Interview mit Mady Delvaux: Ein rechtlicher Rahmen für Roboter

Andere Artikel - Forschung und Innovation22-04-2015 - 16:18
 
Interview with MEP Mady Delvaux   Interview mit der EU-Abgeordneten Mady Delvaux zum Thema Robotertechnik

Asimovs Gesetzte für Roboter sind fiktional, aber auch in der realen Welt werden Gesetze für Roboter gebraucht. Drohnen, robotergesteuerte Staubsauger oder intelligente Fahrzeuge werden mehr und mehr im Alltag genutzt. Ein Roboter muss von Menschen entworfene Regeln einhalten. Der Rechtsausschuss hat deshalb entschieden, eine Arbeitsgruppe zum rechtlichen Rahmen für Roboter ins Leben zu rufen. Wir haben mit der Berichterstatterin Mady Delvaux (S&D) aus Luxemburg gesprochen.


Bei Robotern denken Menschen normalerweise an Gestalten aus Metall, die auf Rollen durch die Welt fahren. Auf welche Art von Robotern wird sich ihre Arbeit konzentrieren?


Es ist schwer, eine Definition zu finden. Wir kümmern uns um jede Art von Robotern: Industrieroboter, Service-Roboter wie Staubsauger oder intelligente Kühlschränke, chirurgische Roboter, Drohnen, intelligente Fahrzeuge und künstliche Intelligenz. Wir arbeiten diese Liste nacheinander ab. Androide - menschliche Maschinen - sind unsere letzte Sorge. Sie sind überwiegend in Japan. Wir wissen, wo wir beginnen, aber wir wissen nicht, wo wir enden.


Warum brauchen wir in der Zukunft Gesetze in diesem Bereich?


Es gibt verschiedene Gründe, warum wir Gesetze brauchen. Wir brauchen neue europäische Standards. Es ist eine Frage der Verpflichtung, persönliche Daten schützen und Hackerangriffe vorbeugen. Industrieroboter zum Beispiel sind schon durch die Richtlinie zu Maschinen abgedeckt.


Wir müssen die Roboter testen, um zu sehen, wie sie reagieren und welche Unfälle bei der Interaktion mit Menschen passieren können. Außerdem gibt es die Zugangsfrage: Wenn Roboter wirklich das Leben leichter machen, müssen wir sicherstellen, dass jeder sie sich leisten kann.


Mehr Neuigkeiten aus dem Europäischen Parlament erfahren Sie hier


Die USA, China, Korea und Japan haben sehr ehrgeizige Projekte. Wenn wir keinen rechtlichen Rahmen für die Entwicklung von Robotern festlegen, wird der Markt von Robotern aus Drittstaaten geflutet. Das Europäische Parlament wird das erste Parlament in der Welt sein, dass einen rechtlichen Rahmen für Robotsysteme diskutiert und kreiert.


Einige Menschen fürchten, dass durch den Einsatz von Robotern Arbeitsplätze wegfallen könnten. Andere glauben, dass neue, bessere Arbeitsplätze geschaffen werden. Erleben wir eine neue Industrierevolution?


Ich bin überzeugt, dass das die Revolution sein wird. Bestimmte Arbeitsplätze werden wir verlieren, aber einige neue werden kreiert werden. Wenn die Industrie mehr automatisierte Roboter nutzt, wird sie wettbewerbsfähiger und kann Firmen dazu bringen, dass ihre Produktion zurück nach Europa zu verlegen.


In der Arbeitsgruppe sind Abgeordnete von jeder Fraktion. Sie wird eng mit dem Beschäftigungs-, Binnenmarkt- und Industrieausschuss sowie dem Ausschuss für Internationalen Handel, der Kommission und externen Experten zusammenarbeiten. Das Wissenschaftspanel macht eine Studie über mögliche soziale und demografische Perspektiven. Die Arbeitsgruppe ist für ein Jahr angesetzt.

REF : 20150422STO43701