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Neue EU-Waldstrategie: Förderung des ländlichen Raums durch Nachhaltigkeit

Plenartagung Pressemitteilung - Landwirtschaft28-04-2015 - 17:26
 

Die neue EU-Waldstrategie muss sich auf die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder, die ressourceneffiziente Nutzung ihrer Rohstoffe, die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Forstsektors und die Schaffung von Arbeitsplätzen konzentrieren. Das geht aus einer Entschließung hervor, die das Parlament am Dienstag angenommen hat.


"Die neue EU-Waldstrategie ist die dringend erforderliche Antwort auf die zunehmenden Anforderungen, die an Wälder gestellt werden und auf die Auswirkungen des erheblichen gesellschaftlichen und politischen Wandels in den letzten 15 Jahren. Die Forstwirtschaft leistet einen wichtigen Beitrag zu Arbeitsplätzen und Wohlstand. Die neue Strategie muss daher die nachhaltige Produktion und Nutzung von Holz und anderen forstwirtschaftlichen Erzeugnissen auf für den Sektor bürokratiearme Weise fördern", sagte die Berichterstatterin Elisabeth Köstinger (EVP, AT).


Gemeinsame Bewältigung neuer Herausforderungen

 

Um grenzüberschreitende Herausforderungen, wie Waldbrände, Klimawandel, Naturkatastrophen oder invasive gebietsfremde Arten, bewältigen zu können, braucht die EU eine umfassende und ganzheitliche gemeinsame Strategie. Der forstbasierte Sektor in der EU soll unterstützt und die nachhaltige Produktion und Nutzung von Holz und anderen forstwirtschaftlichen Erzeugnissen, wie Kork und Textilfasern, angekurbelt werden.


Die Wettbewerbsfähigkeit der Branche soll zudem gestärkt, die Selbstversorgung der EU mit Holz verbessert, das Handelsdefizit der Union dadurch verringert und Arbeitsplätze geschaffen werden, fordert die Entschließung, die mit 566 zu 66 Stimmen, bei 45 Enthaltungen, angenommen wurde.


Verwaltung der Mitgliedstaaten, Koordination der EU

 

Das Parlament unterstützt den Plan der EU-Kommission, in enger Abstimmung mit den Mitgliedsländern, Lokalbehörden und Waldbesitzern einen ehrgeizigen Kriterienkatalog zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder zu entwickeln. Die Umsetzung konkreter Maßnahmen soll allerdings den Mitgliedstaaten überlassen werden. Die EU solle zwar die Gemeinschaftspolitik zur Forstwirtschaft besser abstimmen, diese aber keineswegs vergemeinschaften und die regionalen Besonderheiten achten, betont die Entschließung.


Förderung von Forschungs- und Entwicklungsprogrammen und kleinen und mittleren Forstbetrieben


Um weitere Investitionen in neue Produktionsnischen zu eröffnen und eine intelligentere Nutzung der vorhandenen Ressourcen zu ermöglichen, fordern die Abgeordneten von der Kommission und den Mitgliedstaaten:


  • die derzeitigen EU-Programme für Forschung und Entwicklung, wie Horizont 2020, zu nutzen und zielgerichtete Forschung zu kosteneffizienten Lösungen für neue, innovative Holzprodukte zu fördern;
  • die Nutzung langfristig ausgerichteter Datensätze innerhalb des neuen europäischen Waldinformationssystems, um Trends in der Forstwirtschaft ausmachen zu können, und von Kopernikus oder anderen EU-Weltraumprogrammen;
  • Ausbildungsprogramme für Jungforstwirte anzubieten und vorhandene EU-Instrumente, wie diverse Fonds, zur Sensibilisierung auf die Branche einzusetzen.

Besserer Schutz von Wäldern weltweit

 

Die Abgeordneten rufen die Kommission dazu auf, die überfällige Überprüfung der Funktionsweise und der Wirksamkeit der EU-Holzverordnung abzuschließen, welche die Vermarktung von illegal geschlagenem Holz auf dem EU-Markt verbietet. Außerdem empfehlen sie die Ausarbeitung eines Aktionsplans gegen Entwaldung und Waldschädigung.


Hintergrundinformationen

 

Die neue EU-Waldstrategie soll diejenige ablösen, die seit 1998 in Kraft ist.

 

Wälder bedecken rund 40% der EU-Landflächen und absorbieren und lagern etwa 10% der EU-Kohlenstoffemissionen. Ca. 60% der EU-Wälder sind in Privatbesitz. Insgesamt sind mehr als 3 Millionen Europäer in der EU-Forstwirtschaft tätig.

REF : 20150424IPR45802
 
 
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"Die Forstwirtschaft hat enormes Potential zur Schaffung von Arbeitsplätzen und Wachstum." Elisabeth Köstinger (EVP, AT), Berichterstatterin (Fortsetzung lesen)
Fakten:
 

40% der EU-Landflächen sind von Wäldern bedeckt

 
 

10% der EU- Kohlenstoffemissionen werden aus Wäldern absorbiert und in diesen gelagert

 
 

60% der EU-Wälder sind in Privatbesitz

 
 

Mehr als 3 Millionen Europäer sind in der EU-Forstwirtschaft beschäftigt

 
 
Infografik: Eine neue EU-Waldstrategie
 

Infografik über Waldflächen in der EU